
Morgen ist es soweit. Trendbrecher war ich ja schon immer. Diesmal ist der Abwärtstrend der bundesweiten wie auch regionalen Arbeitslosenstatistik im Visier. Ich gehe über in das andere Lager, werde eine Nummer unter 800.000 anderen in NRW. Jener Masse Menschen, die Politiker in den Wahnsinn treibt… und Chefs der deutschen Bundesbank dazu verleitet, sich als tragisch inkompetent zu outen.
Es ist eine große Schublade, die mich erwartet. Schon jetzt bevor es offiziell ist, fühle ich mich ein wenig wie abgestempelt, werde innerlich unruhig. Arbeitlos sein und sich arbeitslos melden, das sind zwei so verschiedene Dinge, obwohl sie so eng miteinander verbunden sind. Soviel habe ich schon gelernt, seit mir der Pförtner nach Feierabend gestern ein letztes Mal die Schranke meines Ex-Arbeitgebers öffnete.
Tatsächlich würde ich mir den Gang zur AgAr, ARGE oder wie auch immer das ständige Opfer imagebedingter Umbenennungs- und Umstrukturierungsaktionen nun heißen mag, gern sparen.
In Ruhe selbst recherchieren und bewerben - in Zeiten wie diesen weiß man sich schließlich zu helfen. Aber da will man so nett sein, und dem Staat nicht auf die Tasche fallen, und zum Dank bedient dieser sich dann an der Rente. Das haben irgendwelche intelligenten Leute beschlossen, nehme ich an. Intelligente Leute MIT Arbeit.
Die Leute beim Amt haben auch Arbeit. Allerdings sagt man ihnen nach, nicht immer die intelligentesten zu sein. Was durfte ich mir jedenfalls schon für absonderliche Geschichten über diesen Ort des kommunalen Verbrechens anhören.
Und die, die bereits wissen, dass besagtes Arbeitsamt meinen baldigen Besuch befürchten muss, warten jetzt schon hibblig auf die ersten meiner Erfahrungsberichte über das Job-Center, seine Diener und seine “Kunden”.
Ich weiß, mein Dad heißt nicht Günter Wallraff, aber eines steht fest: Wenn die Sache nur halb so aufregend ist, wie allerorts immer geschildert wird, werden hier demnächst ein paar erheiternde Blogeinträge folgen…
3,529 Besucher haben diesen Artikel gelesen.

01.11.2007 / 23:24h /
Mir ist klar, dass solche Zeilen immer etwas hohl klingen. Verliere nicht den Mut! Auch wenn es etwas längern dauern sollte, bis du einen neuen Job findest. Bei mir (immerhin 53) hat’s ja auch eigentlich wirklich noch ganz gut geklappt. Ich hatte sogar das Glück, nicht einen Tag arbeitslos zu werden. Aber vor 10 Jahren habe ich 1/2 Jahr lang gesucht, und ich erinnere mich noch sehr gut daran, wie beschissen ich mich gefühlt habe.
Also, Kopf hoch und nutze die Zeit auch dazu, etwas für deinen Körper (im Sinne von Bewegung) zu tun. Das vergisst man vielleicht über die Misere zu oft.
02.11.2007 / 00:34h /
Danke. keine Sorge, ich bin zuversichtlich. Angewiesen ist man ja glücklicherweise nicht auf die Kompetenz vom Arbeitsamt, wenn es um die Stellensuche geht…
02.11.2007 / 12:22h /
Ich weiß nicht, was für eine Ausbildung Du gemacht hast, aber: ich habe in der FAS gelesen, dass Fachleute wieder dringend gesucht würden. Das sogar Frührentner teilweise wieder “aktiviert” würden.
Ich denke mal, mit der richtigen Einstellung sollte es möglich sein, einen Job zu finden. Ich wünsche Dir viel Glück dabei.
Wobei ich es mir da ein wenig leichter mache, ich bin seit dem Abitur selbständig und jetzt, mit 45, überascht, wohin mich das Leben geführt hat. Und ich mache ja auch schon wieder eine Ausbildung, mein dritter Beruf, wenn ich Zivildienst mal außen vor lasse.
Und was in fünf Jahren sein wird? Keine Idee.
02.11.2007 / 18:32h /
Danke vielmals. Die Nachfrage in der IT-Branche sieht derzeit gut aus.
Wieso die vielen Umschwünge in deinem Werdegang?
03.11.2007 / 16:13h /
Tja, was das Leben einem so bietet. Zivildienst, Bankkaufmann, ein wenig BWL studiert, ein wenig WI an der TU DA, dann Informatik an der FH DA und nun vier Jahre Familientherapeut.
Ich habe mich verändert, meine Wünsche haben sich verändert. Was soll ich sagen, irgendwie hat sich jede Veränderung so ergeben.
03.11.2007 / 20:28h /
[…] traurig. Gestorben ist niemand, denn Horst Schulte gibt es weiterhin, doch als ich dem Link seines letzten Kommentars auf meinem Blog folgte, musste ich feststellen: der Finger.zeig ist von uns […]
03.11.2007 / 20:32h /
Klingt plausibel @ata
Zuviele Menschen finden nicht von Anfang an den Beruf, zu dem sie sich berufen fühlen… Aber nur wenige überwinden die Bequemlichkeit und begeben sich auf die Suche, wenn der erste Weg nicht das Wahre ist.
07.12.2008 / 16:24h /
vor zwei wochen habe ich auch meine unterlagen abgegeben, nachdem ich vorher eine woche gebraucht habe um überhaupt rauszufinden, wo ich sie abgeben sollte (man kann ja pro tag höchstens ein telefongespräch mit dem abreitamt führen, da sonst keiner da ist, keiner ans telefon geht, besetzt ist, oder was auch immer). Nach 2 Wochen immer noch nichts hören wollte ich mal nachfragen und bekam, als ich dann doch endlich mal jemanden am telefon hatte, kommentare, die besagten, dass meine Unterlagen noch nicht mal sorgfältig angeschaut worden waren. Sonst hätten die Leute ja gewusst, ab wann ich mich arbeitslos melden wollte und wären nicht von einem Monat später ausgegangen.
Wenn man überlegt, wie viele Arbeitslose es gibt, und wie besch…eiden diese betreut werden und wir schlecht das Arbeitsamt erreichbar ist, frage ich mich (nachdem meine Wut einigermassen verraucht war), warum der Staat nicht mal eben 300000 neue Stellen schafft indem die Arbeitsämter adäquat besetzt werden. Finanzieren könnte man das ja von der neu eingeführten Diäten-Steuer (sprich: unsere hart arbeitenden Politiker zahlen Steuern, wie jeder normal Sterbliche auch). Ausserdem bin ich dafür, dass man wenigstens einen 400-Euro-Job neben dem Arbeitslosengeld haben sollte, OHNE dass einem das schon wieder auf die Bewilligung angerechnet wird. Oder kenn Ihr jemanden, der von 345 € (Höchstsatz) + Miete leben kann?
Da ich leider nicht weiss, wie man diese Idee verbreiten kann, so dass sie auch die Politiker vielleicht eines Tages mitkriegen (bzw. dass sie überhaupt mitkriegen, dass da was gewaltig schief läuft) versuch ich das mal über das Internet. Falls dieser Beitrag nicht in diesen Blog gehört bitte ich Tobe mit eine mail an o. g. mailadresse zu schreiben.
14.04.2009 / 10:31h /
hast ne tolle seite
19.01.2010 / 16:38h /
Hier hab ich eine wirklich gute Methode gefunden um leicht im Internet Geld zu verdienen…hab mittlerweile schon ein goldenes Näschen…
http://geld-kommt-von-alleine.*.com/
[*tobe: Url geändert]
20.01.2010 / 16:12h /
@opus: ein goldenes näschen hast du erst, wenn nach dir noch mehr auf das unsinnige gebabbel reinfallen, auf das du reingefallen bist.
ich bitte darum, keine sinnfreien multilevelmarketing kampagnen über mein blog abzuwickeln
02.05.2010 / 17:38h /
Ich persönlich bevorzuge bei Bewerbungen ältere Arbeitnehmer grundsätzlich, da diese über eine grössere Erfahrung verfügen, als diejenigen, die direkt von der Uni kommen. Zudem haben die älteren Arbeitnehmer eine positivere Einstellung zur Arbeit, was sich in Leistung und Verhalten niederschlägt. Dafür bin ich dann bei gesteigerter Effektivität auch gerne bereit, etwas mehr für einen Arbeitnehmer zu bezahlen.
09.09.2010 / 20:58h /
Die absolute Zahl muss mal wieder relativ angesehen werden. Es gibt Branchen wo die % fast gegen 1 oder weniger weisen und solche wo die Zahl in die Höhe schiessen.
22.01.2012 / 11:46h /
Stimmt
Rabba Dahri