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Sep 05

deutschland verarmtDas kann man heute auf SPIEGEL online lesen. Wie schön die Welt doch durch die Brille des Durchschnitts aussieht. ..
Alle, die nicht wissen, was ich damit meine, können sich ja mal Folgendes vorstellen: Anja und Sven bekommen pro Tag drei Mahlzeiten, Fred zwei, Monika, Dieter, Margerete, Heinz und Sieglinde keine einzige, der dicke Wolfgang dagegen gleich 10 davon.
Der Durchschnitt wird ermittelt, indem wir die Mahlzeiten aller Kinder summieren/addieren/zusammenzählen - hier also 18 und durch die Anzahl der Kinder dividieren/teilen. Dann bekommen wir eine Zahl, die besagt, wieviele Mahlzeiten jedes Kind durchschnittlich pro Tag zu sich nimmt. Das sind in unserem Beispiel also 18 Mahlzeiten geteilt durch neun Kinder, also zwei. Anzunehmen, dass alle Kinder mit durchschnittlich zwei Mahlzeiten pro Tag wohlgenährt sind, wäre jedoch ein Fehler, schließlich verhungern in unserem Beispiel mehr als die Hälfte aller Kinder buchstäblich.

Was wir also nicht sehen können, wenn uns der SPIEGEL erzählt, dass wir pro Kopf 125.000 Euro Vermögen besitzen, was einen Zuwachs von 25 Prozent ggü. 1997 darstellt, ist, wie sich Vermögen und damit Wohlstand wirklich verteilt und vermehrt.
Wie korrekt ist es wohl, vor dem Hintergrund, dass die Bruttolohnquote auch bereinigt seit 1991 stetig fällt während die Bruttogewinnquote konstant zunimmt, zu behaupten, die Deutschen würden immer reicher?
Reicher werden hier nur diejenigen 10% der Erwerbstätigen, die keine Arbeitnehmer sind und das um mehr als die bescheinigten 25 Durchschnittsprozent. Warum?
Z.B. weil bei steigendem Bruttoinlandsprodukt/Bruttosozialprodukt der Nettorealverdienst der Arbeitnehmer sogar marginal abnimmt.
Mehr gefälschte Statistiken gibt es hier

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2 Kommentare zu “Deutsche werden reicher”

Hast du keine Meinung?
  1. Atatoerk meinte:

    Wie heißt es doch so nett: “Traue keiner Statistik, die Du nicht selbst gefälscht hast”.
    Zum Thema Statistik aber noch mal das hier: http://www.poodwaddle.com/worldclockde.swf

  2. tobe meinte:

    nice @worldclock

    im spiegel online iss jetzt übrigens noch ne schöne statistik von destatis veröffentlicht:

    Zahl der Verbraucherinsolvenzen. +11 Prozent Anstieg ggü. 1. HJ 2006.
    52.430 private Pleiten in den ersten sechs Monaten.
    Die Summe, die dabei voraussichtlich geschuldet wird, beläuft sich bei den Verbraucherpleiten auf knapp sechseinhalb Milliarden.

    http://www.spiegel.de/wirtscha.....80,00.html

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