Rufmord an Telebid? Gibt kein Schnee
Dez 22

bloggen als unternehmenManch einem ist gar nicht bewusst, welch vielseitigen Vorteile eine Initiativbewerbung besitzt. Der Fokus der Argumentation im Anschreiben liegt nämlich nicht auf einer konkreten Stellenausschreibung, sondern auf der eigenen Person. Das erspart z.B. die Mühe zu überzeugen, warum man selbst genau der Richtige für eine Stelle ist. Stattdessen rückt die Vorstellung der eigenen Person noch mehr in den Vordergrund, während man dem Unternehmen in die Hand gibt, zu entscheiden ob und wie man Verwendung für die angepriesenen Kompetenzen hätte.
In der Masse gesehen sind Initiativbewerbungen dadurch mit deutlich weniger Aufwand verbunden, da sie weniger individuelle Anpassung bedürfen und somit in marginal abgeänderter Form an eine Masse von Unternehmen verschickt werden können.
Wobei es freilich nicht schaden kann, ein paar Sätze einzubringen, warum man sich gerade für dieses Unternehmen interessiert.

Doch im Vergleich zu konkreten Bewerbungen auf ausgeschriebene Stellen sind die Reaktionen auf meine Initiativbewerbungen, die Unternehmen die Einrichtung eines Corporate Blog nahelegen, bescheiden gesagt zurückhaltend.
Letzten Donnerstag hatte ich ein erstes Bewerbungsgespräch in Reaktion auf eine dieser Bewerbungen bei einem Engineering Dienstleister, dessen PR-Abteilung bemüht ist, einen allgemein sehr innovativen Eindruck zu erwecken. Und wer sich innovativ nennt, aber kein Blog besitzt, lässt sich schon alleine deswegen wunderbar herausfordern.
Allerdings hatte ich von Anfang an so meine Zweifel, ob ich aufgrund tatsächlichen Interesses an meiner vorgebrachten Thematik der Unternehmens-Blogs eingeladen worden war, denn so war meine Bewerbung praktisch ohne Verzögerung von der Zentrale an eine örtliche Niederlassung weitergeleitet worden. Bestätigt wurde dieser Eindruck dann bei Beginn des Gespräches als ich lediglich einer Personalerin gegenübersaß. Beim entsprechend vorhandenen Interesse hätte ich erwartet, meine im Laufe des Vormittags ausgearbeiteten konkreten Argumente zumindest noch jeweils einer Vertretung aus den Bereichen IT und Marketing schildern zu dürfen.
Was mich nach 45 Minuten Profil- und Kompetenzdatensammlerei dennoch nicht daran hinderte, geschlagene anderthalb Stunden zu erläutern, was dieses Unternehmen durch Einrichtung eines Corporate Blogs gewinnen würde und welche Chancen es versäumte, wenn es das nicht tat.
Mit insgesamt 2:15h war das damit ein neuer Rekord für das längste Bewerbungsgespräch und die überzeugt wirkende Mitarbeiterin sicherte mir zu, das Material den passenden Ansprechpartner in der Zentrale zukommen zu lassen.
Und so blicke ich ersteinmal bemüht optimistisch in die Zukunft. Denn wer weiß, vielleicht vermag es dort ja doch noch die richtigen Köpfe darauf aufmerksam zu machen, dass innovative Unternehmen sich nicht dadurch auszeichnen, dass sie warten, bis innovative Ideen sich zum Standard etabliert haben.

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2 Kommentare zu “Initiativbewerbungen”

Hast du keine Meinung?
  1. lieblingsbank meinte:

    Frohe Weihnachten ;-)

  2. tobe meinte:

    Danke, wünsch ich dir auch! Schön, dass du hier noch vorbeischaust…

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