…als solide arisch. 
Die Hetzjagd in Mügeln gegen eine Gruppe Inder wirft eine Menge Fragen auf. Darunter jedoch keine, die wir nicht schon einmal gehört hätten. Ja, wir kennen sogar die Antworten. Wieweit uns die Antworten bisher gebracht haben, zeigen ebensolche Nachrichten über Gewaltakte in Deutschland, die alle Jahre wieder ihren Weg in die Medien finden. Was wächst, ist nicht nur die Intensität dieser Gewalt sondern auch ihre Öffentlichkeit. Zeit, wieder auf eine dieser besonders konstruktiven Fragen zu sprechen zu kommen: Warum hat niemand eingegriffen?
Und so wurde heute morgen im WDR5 Tagesgespräch über das Thema Zivilcourage diskutiert. Zwei Redner am Ende der Sendung gaben mir dabei zu denken und ließen in meinem Kopf die folgenden Fragen aufkommen.
- Ist Courage, also Beherztheit/Mut lernbar oder ist es eine, in den Genen verankerte Charaktereigenschaft?
- Wieviel bringt die Diskussion über Zivilcourage wirklich?
- Sind wir nicht ohnehin machtlos bzw. können sich die weniger Mutigen und Beherzten wirklich effektiv auf einen Ernstfall vorbereiten?
- Äußert sich Zivilcourage ohnehin nicht nur, wenn man ein Solidaritätsgefühl besitzt?
Vielleicht sind wir mit dieser wiederkehrenden Diskussion der Zivilcourage ja auf dem Holzpfad. Die mangelnde Solidarität in unserer anonymen Gesellschaft und die zunehmende soziale Vereinsamung des Einzelnen kann und wird keine Basis sein, auf der sich Unbeteiligte bei Bedrohung eines Fremdsubjekts für dieses einsetzen werden.
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