Für viele ist Web 2,0 ein Synonym für Klicki-Klicki-Bunt im Web, ermöglicht durch einen Haufen neuer Technologien, angetrieben durch jede Menge Hype, der letztendlich die Anbahnung einer zweiten Dot.Com-Blase impliziert. Tatsächlich stehen dahinter aber einige solide Grundbausteine für eine zweite Generation WWW, die wegweisend für Entwicklung und Nutzbarkeit moderner Anwendungen sind und sein werden. Eines dieser Konzepte ist der Zustand “Perpetual Beta”, hinter dem der Gedanke steht, das es keine abgeschlossen Software-Entwicklungszyklen mehr gibt, sondern Anwendungen in einem konstanten BETA-Zustand verbleiben, weil sie durch kollektive Intelligenz ständig verbessert werden und werden müssen. Soweit die Theorie.
Neulich surfte ich auf Wikipedia, einer Wissensplattform im ebensolchen Perpetual Beta Status. Wie ihr wisst, kann und soll hier jeder sein Wissen, sofern fundiert und seriös eintragen. Ich wollte einmal schauen, wieviel Informationen, vor allem aber auch weiterführende Links die deutsche Version dieses Online-Lexikon zum Thema “Corporate Blogs” bereit hielt. Tatsächlich gibt es sogar schon einen entsprechenden Eintrag, der füllt allerdings ausgedruckt keine zwei DIN A4 Seiten.
Darunter stolze zwei (!) externe Verlinkungen und zwei Literatur-Verweise. Bei der englischsprachigen Seite sieht es im Übrigen nicht viel besser aus.
Aber, Moment: hatte ich vor ein paar Wochen nicht schonmal eine Verlinkung auf meine Seite zur Diplomarbeit gesetzt?!
Ich konnte mich nicht mehr genau erinnern und war zu faul in der Versionshistorie nachzuschauen und entschied mich stattdessen einfach den Link erneut zu setzen.
Gesagt getan, als ich dann heute wieder auf selbige Seite surfte um zu schauen, ob sich etwas getan hatte musste ich feststellen, dass sich ein gewisser Wikipedia-Nutzer mit dem Alias “STBR” an dem Artikel vergangen und meine Änderung wieder rückgängig gemacht hatte. Münster ist zwar eine klasse Stadt, aber mit welchem Recht nimmt sich jemand, der sonst überwiegend Artikel über Münster schreibt und laut Profil keinerlei IT-Kompetenz besitzt, das Recht heraus, zu entscheiden, dass mein marginaler Beitrag dem ohnehin bedauerlich niedrigen BETA-Niveau von Wikipedia nicht genügt?
Wie kann eine Wissens-Plattform überleben, wenn sich ein Eintrag zu einem absoluten Trend-Thema drei Jahre lang praktisch gar nicht verändert und wenn doch, nur quantitativ reduktiv? Was kann Wikipedia vorweisen, wenn inhaltlich dürftige Seiten nicht einmal Referenzen auf inhaltsvolle externe Seiten besitzen?
Wikipedia lebt und stirbt mit dem Kollektiv-Wissen seiner Nutzer. All seiner Nutzer! Geradezu lächerlich der Spendenaufruf, der seit geraumer Zeit über jedem Artikel prankt.

Sicher kosten Server und Bandbreite Geld, aber wenn die größte Spende, die Wikipedia/Wikimedia jemals erhalten kann, nämlich das kollektive Wissen seiner Nutzer, nicht angenommen wird, braucht man sich nicht wundern, dass niemand Geld dafür spenden will, dass sein Know-How zensiert wird.
Und damit kann diese hochgradig unwissenschaftliche Enzyklopädie Hirndunstvertextung noch soviele Helden der Wikipedia besitzen, es wird damit immer diejenige Perpetual-Beta-Seite bleiben, die beweist, dass man von allem, was noch im BETA-Stadium ist, besser die Finger lässt…
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12.12.2007 / 13:43h /
Joah, manche Seiten / Produkte im BETA Status sind aber auch ganz gut
Ich denk da grad an Google Mail oder den Google Reader, der ja erst vor kurzem die BETA Phase verlassen hat.
Bei Wikipedia hast du natürlich recht. Manche wollen sich dort auch groß aufspielen und machen einen auf pseudo Qualitätsmanagement.
Heute war dein Artikel übrigens zwei mal bei mir im Feedreader. Ein mal über deinen Feed und ein mal über den Newskraft.de, weil du Münster in deinem Post erwähnt hast
12.12.2007 / 21:13h /
Solche Leute gibt es aber überall, also auch bei Wikipedia. Aber im Große und Ganzen setzt sich immer die Mehrheit durch und das sind bei Wikipedia doch sehr bemühte und kritikfähige Leute zumindest habe ich den Eindruck. Aber auch genau solche Leute wie Du können bei genau so etwas dazu beitragen, dass die positiven Seiten der Community gestalten und unprofessionelles Verhalten nicht die Überhand gewinnt.
Und wenn Du von beta die Hnde weglassen willst, dann gibt es viel zu viel Software, die auch im Releasestadium eigentlich noch Beta ist … Bananen-Software eben.
Gruß,
Jens
13.12.2007 / 10:22h /
Schade, dass mit Wiki. Aber ich bin von der Idee des Corporate Blogging ja überzeugt, wie Du schon bei mir gelesen hast. Wenn auch noch von mir nicht zu Ende gedacht. Ich bin der Überzeugung, dass hier eine Marktlücke ist, nur muss das Konzept verfeinert werden. Du hast Dich damit auseinander gesetzt und bist zu einem lukrativ nicht befriedigenden Schluss gelangt (M.E.) Wie könnte dieser Schluss pragmatisch umgeändert werden, dass es lukrativ werden könnte?
13.12.2007 / 13:58h /
Worüber ging deine Diplomarbeit denn und kann ich den Link mal haben… wenn er auf Wikipedia schon nicht steht?
13.12.2007 / 14:13h /
@fudge: die arbeit handelte von unternehmensblogs als kommunikationsinstrument im onlinemarketing. link steht auch oben im artikel - hier nochmal für dich: corporate.blogger.de
@ata: nun, was meinst du genau mit lukrativ? monetär lohnenswert? es lohnt auf jeden fall. problem ist die fehlende direkte erfolgsmessbarkeit in quantitativen messgrößen. aber das gleiche “problem” hat öffentlichkeitsarbeit ohnehin schon immer gehabt. hier sind die positiven effekte von corporate weblogs jedoch deutlich sichtbarer und direkter, da das blog nicht nur quelle einseitigen informationsflusses ist, sondern zugleich medium für dialog- oder gruppenbasierte interaktion zwischen unternehmen, öffentlichkeit/kunden darstellt.
13.12.2007 / 14:57h /
Eben, eben. Wir machen auch PR, mit einer Agentur. Und haben darüber recht viele Veröffentlichungen. PR ist auch so “nicht-meßbar” und dennoch bin ich von dem “unterschwelligen” Wirken überzeugt.
Und ja, ich meine monetär lukrativ. Steckt da ein Geschäftsmodell drin?
(Eine Frage am Rande: ich suche schon seit längerem ein PlugIn um die Bilder welche ich in Beiträgen verwende, zu ordnen. Hast du eine Empfehlung? Danke dafür.)
13.12.2007 / 16:53h /
kommt drauf an, für wen du ein geschäftsmodell suchst?
am naheliegendsten wird sein, dass pr agenturen zukünftig corporate blogging als beratungsleistung in ihr angebot aufnehmen werden. was definitiv nicht (im sinne des grundgedankens) funktioniert ist eine pr agentur, die für ein unternehmen bloggt.
@bilder: was meinst du mit ordnen? ist doch ein bild pro beitrag? was gibts da zu ordnen?
13.12.2007 / 17:56h /
Mit dem Ordnen mein ich, dass ich die Uploads auch nach Kategorien ordnen können möchte. Beispiel: die Tarotbilder. Es ist mir zu mühsam, jedesmal nachzuschauen, ob ein Bild vielleicht schon ob ist, da ich im Augenblick stets durch alle Bilder blättern müsste. Ich würde gerne eine Unterverzeichnis anlegen, und in dem die Ordnung machen. Jetzt werden sie ja im Verzeichnis nach Datum abgelegt. So kommt es auch, dass doppelt Uploads bei mir vorkommen.
13.12.2007 / 20:01h /
ah, jetzt hats klick gemacht. puh… kann ich ma schauen, ob ich was finde. zur wiederverwendung suche ich immer den alten artikel und verweise einfach nochma aufs gleiche bild…
13.12.2007 / 21:46h /
schau mal ob dir das reicht: http://www.wildbits.de/mygallery/
14.12.2007 / 08:20h /
Danke für den Tipp, die versuche ich mal. Du ordnest Deine Bilder nicht gesondert?
14.12.2007 / 08:55h /
Hm… (später).. nein, das ist es doch nicht was ich suche. Damit kann man eine neue Seite als Gallerie aufbauen, d.h. wenn ich viele Bilder meinen Besuchern zeigen möchte.
Ich suche ein Tool, mit dem ich die einzelnen, von mir zu Beiträgen upgeloadeten Bilder beim upload in “Ordner / Kategorien” einsortieren kann. Es ist also im Wortsinne keine “Gallerie”. Dennoch vielen Dank für Deine Hilfe..
21.12.2007 / 14:08h /
Hier noch etwas was ich eben gefunden habe, Bezugnehmend auf Unternehmensblogs:
http://www.ksta.de/html/artike.....1954.shtml