Nov 28

telebid geschäftsführerÜber fruchtlose Kommunikation, beschönigenden PR-Talk, einen fernen Gerichtstermin und andere Entwicklungen im Fall Telebid vs. Tobe

Kommunikation ist schon eine Herausforderung. Vor allem im heutigen Zeitalter der Technisierung. Aber, Moment! Sollte es mit Internet, eMail & Co nicht alles einfacher werden?
Nun, offenbar kommt nicht jeder so gut klar mit den vielen, tollen und neuen Möglichkeiten, die wir den letzten 50 Jahren Entwicklung im Bereich der Telekommunikation verdanken. Jemand der sich jedenfalls sichtlich schwer zu tun scheint, ist Gunnar Piening, aktueller Geschäftsführer der SoFina GmbH aus Gräfelfing München.
Zwar schaffte er es, im September so eine Art Onlineinterview zu seiner in die Kritik geraten Plattform TeleBid zu geben, doch was die von anderen mit beeindruckender Leichtigkeit bewältigten Hürden sonstiger zeitgemäßer Direkt-Kommunikation angeht, ist er etwas langsamer unterwegs.

Was ja nicht weiter schlimm ist, vor allem weil er auch so offen dazu steht. Im selbigen Interview nämlich mit Fragen zur rechtlichen Auseinandersetzung mit mir konfrontiert, gesteht er ein, dass das mit der Kontaktaufnahme zu meinen Anwälten nicht so recht klappen will.
Was natürlich insofern tragisch ist, als dass sein dringendes Friedensangebot nun aufgrund dessen nicht auf schnellstem Wege an mich überbracht werden kann.
Doch eMail, Handy, Telefon und den ganzen anderen Quatsch hin oder her: Wie gut, dass es da doch noch die gute alte Post gibt!

Und so macht sich unser gute Gunnar irgendwann daran, mir einen Brief zu schreiben. Nein, was rede ich – mittlerweile sind es sogar schon zwei. Allerdings nicht, um mir das angekündigte Friedensangebot zu unterbreiten, sondern lediglich um mir mitzuteilen, was ich drei Wochen vorher schon in seinem aufgesetzten Interview auf exciting commerce lesen konnte…
Selbstverständlich antwortete ich der Höflichkeit halber auf dem selben Wege mit einem Brief meinerseits. Und seitdem warte ich geduldig auf eben jenes Friedensangebot, mit dem Piening vor rund drei Monaten die lästige Angelegenheit mit mir (Zitat:) “lieber heute als morgen vom Tisch” schaffen wollte. Man könnte glatt meinen, das Ganze sei nur beschönigender PR-Talk gewesen…
Aber vielleicht ist Herr Piening auch einfach zu beschäftigt, dem Erfolg seines neuen Web-Zöglings unter die Arme zu greifen.
Denn eines muss man ihm lassen: Wenngleich er sich im heutigen Zeitalter des Internets sichtlich schwer mit effizienter Kommunikation tut – als es darum ging, seine Expertise einem Unternehmen bereitzustellen, das das Medium Internet in solch einer Weise zu nutzen weiß, Menschen dahingehend zu manipulieren motivieren, ihr Geld lieber bei Telebid als in der Spielothek zu lassen, war er ganz fix dabei.

Auf der anderen Seite, darf man bei den vielen Herausforderungen, die ein Unternehmen wie SoFINa an seinen Chef stellt, auch nicht zuviel erwarten. Nicht nur hat Telebid mit seinem Image in Deutschland inzwischen richtigtelebid vor gericht hart zu kämpfen, man hat für die Zukunft auch noch große Pläne in anderen Ländern. Verständlich, dass da lästige Auseinandersetzungen mit Bloggern etwas weiter unten auf der Prioritätenliste stehen. Vor allem, da der Termin, den das Gericht nun endlich für die Gerichtsverhandlung anberaumt hat, noch in so weiter Ferne liegt.
Für alle Interessierten oder auch Betroffenen habe ich übrigens einen kleinen Countdown auf der linken Seite eingerichtet. Dieser zählt die Zeit bis zum Termin, der da lautet auf den

  • 17.06.2008 um
  • 10:30 Uhr in den Kammern des
  • Landgericht Berlin, 2. Stock, Raum 2709 in der
  • Littenstraße 12-17.

Dank ZPO § 141 werde ich dort persönlich erscheinen müssen und lade hiermit nun auch alle anderen Interessierten und/oder Betroffenen herzlich ein, sich in der öffentlichen Verhandlung darüber zu amüsieren, wie frei die Meinung in Deutschland wirklich ist.

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24 Kommentare zu “Post vom Telebid CEO”

Hast du keine Meinung?
  1. Austin Powers meinte:

    Berlin Berlin wir fahren nach Berlin!
    *GG*

  2. Tilman meinte:

    Ich meine, in der Littenstrasse werden die UWG Streitigkeiten behandelt, und am Tegeler Weg die Presse Streitigkeiten. Ich hoffe dass dies kein schlechtes Zeichen ist.

  3. Waldi meinte:

    Da gibt es noch keine Ferien in NDS…. Also werde ich versuchen auch dabeizusein (in Ferien bin ich voraussichtlich mit meinen Kiddies irgendwo in wärmeren Gefielden).

    Grüße

    Waldemar

  4. tobe meinte:

    @austin: war klar ;-)

    @tilman: korrekt. wieso schlechtes zeichen? ich werde wegen unlauteren wettbewerbs verklagt. siehe auch hier: http://tobe.blogg.de/eintrag.php?id=782

    @waldi: das hört man gerne.

  5. Markus meinte:

    Oh cool. Berlin. Wär ja echt mal nen Ausflug wert ;) Besteht denn gar nicht mehr die Möglichkeit vorher noch “im Guten” auseinander zu gehen? Du hast da glaub ich schon mehrere Versuche gestartet, aber der Brief vom CEO zeigt doch, dass zumindest ein Funken Hoffnung bleibt, oder? :)

  6. Tilman meinte:

    Schlechtes Zeichen falls der Kläger irgendein Wettbewerbsverhältnis beweisen kann. Das könnte man z.B. dann unterstellen wenn Du selbst Sachen im Internet verkaufst.

    Ich war mal als Zuschauer in der Littenstrasse. Da war das Problem, dass der Bekannte eines Bekannten verklagt worden war, wegen Aussagen die eigentlich erlaubt waren (teilweise wahr, teilweise durch die Meinungsfreiheit gedeckt); weil er aber zu der gleichen freien Berufsgruppe wie die Kläger gehörten, musste er in einen nachteiligen Vergleich einwilligen (Webseite wurde komplett entfernt).

    Was noch interessant wäre: handelt es sich um ein “einstweiliges” Verfahren oder ein Hauptsacheverfahren? Falls Zweites, heisst es dass entweder der Kläger zu lange gewartet hatte, oder dass ein “einstweiliges” Verfahren bereits ohne Deines Wissens abgewiesen worde.

    (IANAL, und bin auch nicht mit telebid o.ä. verbandelt; also nicht zu ernst nehmen was ich schreibe. Ich hoffe aber Du hast einen RA der sich mit Wettbewerbsrecht und Medienrecht auskennt, und hoffe dass der Kläger keinen solchen RA hat)

  7. tobe meinte:

    @markus: nunja, wie sagt man so schön: die hoffnung stirbt zuletzt. aber hoffnung allein bringt uns auch nicht weiter. durchaus könnten die briefe als signal einer wendung in der angelegenheit interpretiert werden. doch interpretation bleibt interpretation und papier ist geduldig. insofern wird sich zeigen, ob herr piening für seine sofina nicht nur zu seinem wort steht, sondern den worten auch taten folgen lässt. das bisherige verhalten von telebid mehrt da nicht gerade die zuversicht. umso mehr die chance für den neuen ceo das ruder rumzureißen, damit weitere PR-debakel vermieden werden

    @tilman: bravo… du hast die absurdität des verfahrens erkannt. nur meinst du etwa das sei zufall? was könnte ein unternehmen wie sofina wohl veranlassen mich auf basis des UWG statt BGB zu verklagen?
    ich kann im grunde nochsoviel schreien “hey, das war meine meinung”. zu widerlegen haben werden meine anwälte, dass ich mit sofina nicht als unternehmen in konkurrenz getreten sein soll.
    letztendlich ist es aber egal, auf welcher ebene hier gefochten wird. auf das resultat kommt es an. denn jeder von uns bloggern sollte sich klar sein: wenn sofina diesen prozess gewinnt, ist das eine weitere niederlage für die meinungsfreiheit, ganz gleich mit welchen mitteln sie erzwungen wurde…

  8. Klammernote meinte:

    Tobe, das ganze Verfahren grenzt an Lächerlichkeit was SoFina anbelangt! Ich bin mir sicher das Deine Klage erfolgsversprechend ausgeht und verfolge weiterhin alle News. Weiter so und schöne Feiertage.

  9. heyer meinte:

    auch von mir viel Erfolg für Dich und Deine RA machen das schon denke ich mal. Meine Daumen drücke ich auf jeden Fall für Dich.

  10. tobe meinte:

    @klammernote: vielleicht ist die lächerlichkeit auch der grund, warum ich mich des themas fast nur noch humoristisch nähern kann. was nichts daran ändert das die angelegenheit bitterer ernst ist. danke für deinen optimismus!

    @heyer: recht haben und recht bekommen, ne? ;-) danke fürs daumen drücken

  11. BvbgE meinte:

    @tobe:
    sehe ich das richtig, daß der/die/das Briefeschreiber nicht einmal Ihren Namen richtig schreiben kann? (s. Ausschnitt oben) Pisa ist eben überall…
    In diesem Sinne ein weiterer ‘Daumendruck’ für 2008!

  12. tobe meinte:

    @bvbge: das hast du absolut richtig erkannt…

  13. Was ist eigentlich Telebid? « Netzsammler meinte:

    [...] was die so machen. Nun bin ich mir aber sicher, dass ich es auch nicht mehr wissen möchte. In tobes blog habe ich von den eigenartigen Kommunikationsmethoden dieser Firma gelesen. Ein Unternehmen, dass [...]

  14. Telebid: Ein Ex-Kunde packt aus - tobes blog meinte:

    [...] vergrault. Was ielleicht widerrum doch nur wieder ein Indikator dafür sein könnte, dass Telebid womöglich doch nicht zu den Unternehmen zählt, die ein solides, transparentes und absolut [...]

  15. Lieber Revoluzzer - tobes blog meinte:

    [...] du etwa noch nicht genug selbst darin? Wolltest du bedingungslose Solidarität als bereuender Telebid-Teilnehmer, weil du dachtest uns würde aufgrund meiner Geschichte etwas Unabstreitbares [...]

  16. andi meinte:

    hallo!

    bin nun selber darauf reingefallen. habe 185 bids gesetzt und aufgrund eines serverausfalls wurde meine auktion gestoppt und plötzlich um 15 min verlängert bis natürlich alle bids vom bidbuttler weg waren.

    was kann ich tun. sind die 100 euro für die bids nun weg?

    gruss
    andi

  17. Matze meinte:

    Erst mal danke!
    Durch deinen “Bericht” bin ich einer Anmeldung bei TeleBid grade nochmal so entkommen.
    Ich drücke dir selbstverständlich auch die daumen für die verhandlung!
    Werde definitiv alles weiter verfolgen.

    VIEL ERFOLG!!

  18. Tachy meinte:

    Scheiß Abzocker!

    Das ist immer das Gleiche :( Dubiose Firmen mit noch dubioserem Geschäftsmodell stehlen dem User das Geld aus der Tasche. Sauerei!

    Sowas gibts echt nur hier in Deutschland, wie mir scheint :(

  19. pumuckl meinte:

    sorry leute aber habt ihr wirklich nix besseres zu tun als vorm pc zu sitzen und über irgendwelche dubiosen oder nicht-dubiosen firmen zu bloggen.
    wer so dumm ist und etliche Euros verzockt und nix gewinnt/ersteigert ist selber schuld!

  20. Daniel Lehmann meinte:

    Ja ich kann aus erfahrung sagen das nn viele dieses Projekt nachahmen so auch http://www.bietsau.de/ das gleiche Verfahren ich habe dort ein Lehrgeld von 200 Euro gezahlt dafür kämpfe ich nun für alles um andere zu Warnen und bin auf diesen blog gestoßen

  21. RinoX meinte:

    Ich verteile den mal einen Link zu dieser Seite. Wird interessant zu sehen wie diese Firma versuchen möchte mehrere 100 Blogger zu verklagen :-)

  22. Simon F meinte:

    Gibts dazu auch einen LiveStream? Würde mich schon interessieren – leider aus Stuttgart etwas weit da hoch…

  23. Glückspiel vs. Telebid - Alternativtitel: Das Volk ist dumm « Gedankenzeit - Zeit für Gedanken meinte:

    [...] da die Sofina GmbH wohl doch eher schlecht mit Kritik umgeht und es für nötig erachtet, einen Blogger zu verklagen, weil er einen – aus ihrer Sicht – unangemessen kritischen Bericht geschrieben hat. Das [...]

  24. Freikarten: Telebid in Berlin - tobes blog meinte:

    [...] Was ich natürlich verstehe, denn ich weiß ja wieviel Zeit der gute Gunnar bereits in Briefe an mich investiert hat. Auf der anderen Seite auch kein Grund zur Trauer, schließlich hat der [...]

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