We’ve got the whole world… in our hands… we’ve got the… *sumsum*. Wenn Tobe summt und singt hat er entweder verdammt gute Laune … oder aber es ist was Größeres im Busch. Und ich bitte euch, wann habe ich schonmal gute Laune ![]()
Die Sonne schien, die Fahnen wehten und die Schranke zum Betriebsgelände meines Lieblingsarbeitgebers öffnete sich wie von Geisterhand.
Doch wird das mehr auf die Tatsache zurüchzuführen sein, dass der Pförtner mich erkannte als darauf, dass ich wahrscheinlich vor lauter Bannern und Plakaten den mit meinem Ausweis zu betätigenden Schrankenöffner nicht gefunden hätte: YOU ARE ENTERING THE FUTURE NOW rief es mir von überall entgegen.
Wie konnte ich vergessen, DAY 1 war da! Oder besser: war da gewesen.
Kurioserweise hatte man für die finale Verschmelzung zwischen Mutter UCB und SklavenAdoptiv-Tochter SCHWARZ PHARMA einen Samstag gewählt. Wahrscheinlich damit die IT-Systeme genügend Zeit hätten, zum Super-GAU warmzulaufen. Und so war für die Mitarbeiter DAY 1 eigentlich DAY 3, zumindest für die, die bleiben dürfen. Für die, die gehen müssen ist es ja der Anfang vom Ende, also doch irgendwie DAY 1. Naja egal, wenns nach mir ginge, hätten Sie es ohnehin besser auf den 11. September gelegt, denn die Büros und Flure sind hier so leergefegt wie Wolkenkratzer nach Tieffliegerwarnung.
Alles ist geflüchtet in die letzten (oder die ersten) der beliebten Synergiemeetings, wo man die Belgier und ihren neuen Stoff beschnüffeln kann. Für die Freunde der Sprachverhunzung natürlich verpackt als Project Management Framework Schulungen und Co…
Und solange laufen hier die Telefone heißer als Sex-Hotlines im Mormonenstaat. Schätze, die wenigen, die noch am Arbeitsplatz sitzen, kämpfen mit der Umstellung des Emailsystems vom antiquierten Novell Groupwise zum berühmt berüchtigten MS Outlook. Inwiefern man erwartete, dass das Ganze genauso reibungslos über die Bühne gehen würde, wie Microsoft-Applikationen stabil sind, zeigte die übermannende Anzahl von Email-Maskottchen, die mit einem bedruckten T-Shirt bekleidet über den Flur huschten und in die leeren Büros riefen, ob mit Outlook auch alles einwandfrei funktioniere?
Outlook, wie Outlook? Mit mir und meiner hemmungslosen Ignoranz gegenüber Microsoft Produkten konfrontiert, wusste die bemüht hilfreiche Kroatin mit den langen Fingernägeln nicht so recht umzugehen. Hm, Sie haben ja gar keinen ‘Application Explorer’?
Auf den Fall, einem nicht mit den Unternehmensstandards konform gehenden PC zu begegnen, war sie wohl nicht vorbereitet. Aber bis morgen haben Sie eine Lösung, versicherte sie mir.
Keine Eile, rief ich ihr hinterher - ob nun meine per Groupwise verschickten Mails nicht mehr ankommen, oder ich per Outlook Mails verschicke, auf die ich sowieso keine Antwort erhalte, macht in den letzten Wochen meines Aufenthalts hier nicht wirklich einen zeitkritischen Unterschied.
Bis dahin kümmerte man sich besser um jene VIBs (=Very Important Blackberryusers), die ohne ihre Emails gar nicht mehr richtig synergieren - ähm, ich meine arbeiten können…
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