Aufschwung für alle Wenn die Polizei bloggt
Dez 27

avp 2Gestern sozialisierte ich mit den weihnachtshomophoben Freunden türkischer Abstammung. Es ging ins Kino. Bevorzugter Film ihrer Wahl: Alien versus Predator II. Abgesehen davon, dass mir der erste Teil dieses kindisch anmutenden Sci-Fi Gemetzels bis jetzt erspart geblieben war, musste ich vor der Kasse noch meine innigen Bestrebungen rechtfertigen, die Gruppe wenigstens noch zu marginal sinnreicheren Inhalten wie die der Videospielverfilmung “Hitman” umzubewegen. Vergeblich. Und was in den nächsten 90 oder wieviel Minuten folgte, war so traurig, dass es schon kaum mehr eine Erwähnung wert ist.

Flache Story ohne irgendeinen Spannungsbogen, miserabel geschnitten und im Allgemeinen viel zu dunkel. An einer Stelle allerdings demonstrierten die Gebrüder Strause, die für dieses Meisterwerk filmischen Versagens verantwortlich sind, immerhin ein gehörige Portion Zynismus gegenüber dem guten alten Amerika, der jedoch lediglich von einer Handvoll Menschen im Kino überhaupt erkannt und entsprechend gewürdigt wurde.
So gibt es eine Stelle im Film [Achtung Spoiler], wo die Hauptcharakter als mit die letzten der Überlebenden darüber diskutieren, ob die durch einen hochrangigen Colonel der U.S. Army angekündigte Hubschrauber-Evakuation womöglich nur eine Farce gewesen sein könnten, denn so sind die Handlungsanweisungen, sich im Stadtzentrum zu sammeln vor dem Hintergrund der Tatsache, dass es dort nur so vor befremdlich kopulierender Aliens wimmelt, äußerst irrational. Daraufhin macht eine erschütterte Dame mittleren Alters, die bereits Mann und Sohn an die schleimigen Schlabberinvasoren verloren hat, einen ungläubigen Ausruf, der ungefähr so lautete:
Das würde ja bedeuten der Colonel hätte uns belogen?! Unsere Regierung würde uns doch nie belügen!
Tatsächlich wird die ganze, vormals idylische, nun verschleimte Stadt später mit einer Atombombe dem Erdboden gleichgemacht. Herrlich!

[Bildquelle: SciFriqui]

Wenn dir der Artikel gefallen hat, abonniere den kostenlosen RSS-Feed von tobe!
Stimme ab: 1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (Keine Stimmen soweit)
Loading ... Loading ...
1,188 Besucher haben diesen Artikel gelesen.

2 Kommentare zu “Zynismus rettete den Abend”

Hast du keine Meinung?
  1. Dirk meinte:

    Gut, dass ich gar nicht erwäge in dieses Machwerk zu gehen. Der Original Predator mit dem Gouvernator Schwarzenegger war noch ein nettes Stück Action. Alles weitere davon war Murks.
    Na, und Alien 1 ist schon irgendwie Kult, da stehe ich zu. A II und III war wieder Mist.

  2. Buib meinte:

    @ tobe

    Falsch :) Die Tochter überlebt bis zum Schluss.

    Wieso müssen so gute Ideen verhunzt werden, indem diese Teenies und immer ein (gutaussehends)e, dummes, Blondchen mitspielen ?

    Ein gutes Beispiel ist das auch Transformers. Man hätte wirklich diese Teenies wegstreichen sollen. Und diese Witze im Film hätten sich die Fimemacher auch verkneiffen könne.

    Zurzeit ist es echt schwer im Kino gute Filme zu finden. Die Independet Filme sind sowieso interessanter.

Kommentieren