Mit am meisten Spaß hat man als Absolvent und Berufseinsteiger mit der Frage der angemessenen Gehaltsforderung. Wann verkaufe ich mich unter Wert, wann klinge ich überheblich und wie genau fallen Branche und Unternehmensgröße ins Gewicht. Meine Erfahrung bisher ist hier sehr gespalten. Mal wird meinen Forderung mit größter Überraschung im negativen Sinne begegnet, mal wird sie ohne Verwunderung als normal akzeptiert. Angewöhnt habe ich mir mittlerweile schon, statt eines Euro-Fixums als Jahresgehalt eine mehr oder weniger breite Spanne vorzubringen, die als untere Grenze im Bereich des aktuellen Median- oder Durchschnittsgehalt von diplomierten Absolventen besitzt. Doch auch mit den Durchschnittsgehältern ist das so eine Sache.
Wer hat die Zahlen erhoben und wer wurde befragt. Auf dem Hobsons Absolventenkongress haben mir Seminare von der IG-Metall und Kienbaum Consulting ein erstes Gefühl für die angemesse Zahlen vermittelt. Auf dem neulich besuchten Karriereforum meiner Uni wurde ich dann wieder in ungläubiges Staunen versetzt. Hier wurden allerdings nicht Einsteigergehälter sondern Gesamtdurchschnittswerte für bestimmte IT-Positionen vorgestellt. Angeführt wurde die Liste von SAP-Beratern mit irgendwo über 60.000 Jahresgehalt im Durchschnitt.
Und wenn ich jetzt aktuelle Zahlen aus der “Junge Karriere” lese, könnte man glatt auf die Idee kommen, ich sei mit meinen Vorstellungen noch reichlich bescheiden. Hier wurden die Einstiegsgehälter (<2 J. Berufserfahrung) in der Automobilbranche präsentiert:
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Personalreferent: 45800
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Ingenieure in der Konstruktion: 46800
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Ingenieure in der Produktion: 47100
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Ingenieure in der Projektabwicklung: 48100
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Führungskräftenachwuchs: 48400
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Controlling: 49300
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Produktmanagemet: 50100
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Key-Account-Management: 50600
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Technische Forschung und Entwicklung: 51700
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IT-Beratung, Analyse und Konzeption: 52300
Erhoben wurden die Daten von personalmakt.de, befragt wurden hier Unternehmen mit mehr als 1000 Mitarbeitern. Dass die Informatiker die Spitze besetzen, dürfte die aktuelle Nachfrage nach IT-Fachkräften im Land illustrieren. Und ist hoffentlich für das ein oder andere personalsuchende Unternehmen auch Signal, dass man sein Gehaltsangebot vielleicht noch einmal überdenken sollte, vor allem wenn man laut Ausschreibung die eierlegende Wollmilchsau sucht…
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28.01.2008 / 11:47h /
Na ich glaube der Hauptknackpunkt ist aber immer noch die Region des Arbeitgebers. Ich kenn kenn viele die wesentlich weniger verdienen als beim Durchschnitt in Magazinen, im Internet oders anderweitig zu lesen ist. Dann kenn ich noch einige wenige, die in etwa das bekommen was da so als Durchschnittslohn propagiert wird. Jemanden der jedoch mehr verdient als erwartet habe ich bislang jedoch noch nichg getroffen. Wenngleich es von diesen Personen ja auch einige geben müsste, sonst wär ja auch wieder nix mit dem Durchschnitt…
28.01.2008 / 12:36h /
Ich war bisher stets der Auffassung, dass gerade Wirtschaftsinformatiker besonders gute Chancen hätten?
28.01.2008 / 12:49h /
kann man generell so stehen lassen. wobei es von der stelle abhängt. momentan ist viel nachfrage nach entwicklern sowie projektmanagern. für letzteres eignen sich vor allem WIs. und warum weist du draufhin?
28.01.2008 / 16:59h /
Hmmm… die Einstiegsgehälter sind ja schon mal nicht schlecht.
Mal ne halb offttopic frage: Wenn die Voraussetzung des neuen Unternehmens wäre, kein Wort über den neuen Beruf / Firma auf deinem Blog zu verlieren. Würdest du da zustimmen? Oder müssen da schon 20k mehr drinsitzen?
29.01.2008 / 13:30h /
20k? markus, markus - was denkst du von mir! 10 würdens auch tun…
nein quatsch… selbstverständlich würde ich das respektieren. in der tat würden die wenigsten unternehmen es gutheißen, wenn in irgendeiner form interna nach außen gelängen. mir persönlich reicht es, wenn ein unternehmen so progressiv ist und mein blog “akzeptiert”… je nach position die ich innehätte, würde ich auch von mir aus noch einmal mehr überlegen, ob und wie ich bestimmte Inhalte hier veröffentliche, schließlich bin ich automatisch irgendwo auch repräsentant des unternehmens.
aber gut, noch bin ich ja kein CEO