Feb 27

polizei bka drogenfahndungAuf Spiegelonline gibt StudiVZ-Chef Riecke ein Interview zu Status und Zukunft seines Pseudo-Studentenverzeichnis’. Er hat keine Angst vor Facebook, erläutert warum die AGB zuletzt geändert wurden und freut sich, dass über 90% der angemeldeten Mitglieder einen Dreck darauf geben, was mit ihren Nutzungsdaten geschieht.
Besonders erleichtert gibt er sich zudem über neue rechtliche Rahmbedingungen, nach denen er nun endlich private Daten seiner Nutzer ohne Probleme an Ermittlungsbehörden weitergeben darf. Was da für Anfragen genau täglich bei ihm eintrudeln, “weiß” er natürlich nicht. Nur, dass es pro Woche immerhin schon rund zehn an der Zahl sind.

Jetzt schnell noch die freizügigeren Bilder der letzten Party löschen, um zu vermeiden, dass womöglich die Drogenfahnder irgendwann an die Tür klopfen, weil der glasige Blick vermuten ließen, dass es sich bei dem, was man in der Hand hielt, um mehr als nur einen Zigarettenstummel handelte. Und gleich noch prüfen ob einer der 232 Freunde nicht vielleicht ebenso unvorteilhafte Bilder mit entsprechender Verlinkung eingestellt haben…
Naja, einen Vorteil hat das Ganze ja:
So wie ich das sehe, wird StudiVZ damit auf jeden Fall eine Sache ganz schnell in den Griff bekommen: Das Problem der Fake-Accounts. Schließlich dürften nur echte Studenten genug Zeit an der Hand haben, um den ganzen Tag damit zu verbringen, ihr Netzwerk2.0-Image lupenrein zu halten… Ich bin ma’ grad Bilder löschen!

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4 Kommentare zu “RazziaVZ”

Hast du keine Meinung?
  1. Stev meinte:

    Oh man … in manchen Foren schreiben Leute sogar öffentlich über Kiffen oder dass sie irgendeinen Film runtergeladen haben und bei StudiVZ hat plötzlich jeder Angst?
    Wenn ein Anwalt keine Arbeit hat, muss er sich nicht extra bei StudiVZ anmelden um Kiffbilder zu suchen, sondern kann in jeder beliebigen Community suchen. Irgendwo schreibt immer jemand über solche Dinge und die IP-Adresse wird nunmal überall gespeichert und sagt auch mehr aus wie die paar Daten bei StudiVZ.

    Abgesehen davon:
    Es ist ziemlich lustig, wie die ganzen Blogs diese Nachricht einfach weiter kopieren, ohne darüber nachzudenken, dass erstens im Internet viel Schrott geschrieben wird und zweitens dass auch große Onlinezeitungen Fehler machen können, denn StudiVZ sagt das:
    ———————————
    Einige von Euch haben es sicher mitbekommen und waren – wie auch wir – geschockt. In der Online-Ausgabe eines Nachrichtenmagazins mit professionellem Image wurde unser Geschäftsführer Marcus Riecke falsch zitiert.
    Auf der beständigen Jagd nach einem neuen Skandal im Hause studiVZ wurden mal wieder Zusammenhänge aus unserer Sicht mutwillig falsch dargestellt.
    In diesem Artikel hieß es zum Beispiel, dass wir Euch – salopp formuliert – an die Polizei verpetzen wenn wir Bilder von Euch beim Konsum von Cannabis sehen.
    Diese Schlagzeile wurde eine halbe Stunde nach Veröffentlichung und einer Aufforderung zur Richtigstellung durch uns zwar abgemildert, was die Weiterverbreitung über andere Medien aber nicht verhindert hat.
    Ihr könnt Euch gar nicht vorstellen, wie sauer wir über diese Art der Berichterstattung sind.

    An dieser Stelle möchten wir Klarheit schaffen:
    Fakt ist: Ihr möchtet Sicherheit.
    Niemand möchte nationalsozialistische Parolen im studiVZ sehen oder der rechten Szene einen Nährboden bieten. Niemand will belästigt, bloßgestellt, bedroht oder verleumdet werden.
    Um Euch eine sichere Plattform zu garantieren, haben sich alle Beteiligten an einige wichtige Regeln zu halten. Diese stammen nicht von uns, sondern sind für alle gültige und bindende Paragraphen der deutschen Gesetzgebung, wie zum Beispiel der Jugendschutz und das Strafrecht.
    Dass wir Daten an Strafverfolgungsbehörden – also Polizei und Staatsanwaltschaft – herausgeben müssen, wenn diese uns ein schriftliches Auskunftsersuchen zukommen lassen, ist weder neu noch unseriös, sondern dient letztlich Eurem Schutz.
    Es geht hier um Morddrohungen, radikales Gedankengut, Verleumdungen, schwere Beleidigungen und weitere heftige Dinge, welche in unserem Land genauso wie im studiVZ eine klare und zu ahndende Straftat darstellen.
    Ein Auskunftsersuchen ist immer mit einer Anzeige verbunden, die von den Geschädigten erstattet wurde, zum Beispiel einem Nutzer aus Euren Reihen.
    Das wird überall genauso gehandhabt und hat nichts mit Spionage zu tun!
    Dass wir Bilder und Daten an die Polizei geben, weil Ihr Euch darauf ein gemütliches Tütchen ansteckt, ist komplett erfunden und gelogen.
    So etwas tun wir nicht!
    Das betrifft nicht nur das von der Presse bewusst gewählte und wunderbar plakative Beispiel Cannabis. Nebenbei gesagt gab es noch nie eine Anfrage zu Cannabiskonsum.
    Wir bitten Euch, solchem Journalismus keinen Nährboden zu geben – er schadet nicht nur uns, sondern ist eine gezielte Beeinflussung der öffentlichen Meinung durch Veröffentlichung falscher Informationen.
    —–

  2. tobe meinte:

    danke für die schöne werbung, stev… dein blog spricht ja bände, welche rolle du in der blogosphäre spielen willst… hast du den text selbst erfunden oder war das ne inoffizielle Pressemitteilung in deinem StudiVZ-Narchrichtenordner???
    so sehr wie deine aussagen an realität und meinem artikel vorbeigehen müsste ich den kram ja eigentlich löschen…

  3. Stev meinte:

    Ich habe in meinem Beitrag oben geschrieben, dass die Meldung von StudiVZ ist und nicht von mir.

    Klar will ich auch nicht, dass StudiVZ meine Daten an irgendwelche Personen weitergibt. Aber was im realen Leben verboten ist, ist nunmal auch im Internet verboten! Das Internet ist keine rechtsfreie Zone und wer meint, er könne mit seinen zig Joints oder runtergeladenen Filmen im Internet prahlen, dem geschieht es recht, wenn die Polizei mal vor der Türe steht ;)

    Welche Rolle ich in der “Blogosphäre” spiele, ist mir ziemlich egal. Ich schreib meinen Blog für Leute, die mich persönlich kennen.
    Meinen Beitrag löschen? Darfst du gerne als Webmaster. Nur fände ich das sehr unseriös, wenn man auf seiner Seite “Zensur oder Meinungsfreiheit” schreibt und dann solche Beiträge wie von mir löscht, die ja nicht einmal bösartig sind ;)

    Ich wollte mit meinem Beitrag keinen Streit einleiten, sondern war eigentlich enttäuscht, dass du nach deinem kritischen Bericht über Telebid nicht die Kritik an StudiVZ kritisch betrachtest, sondern einfach übernommen hast. Daten an die Staatsanwaltschaft weiterzugeben, um Ermittlungen zu erleichtern, finde ich in Ordnung. Daten an Dritte (Firmen, etc.) weiterzugeben oder zu verkaufen, finde ich nicht in Ordnung, aber darum ging es ja hier auch gar nicht!

  4. tobe meinte:

    nun, ich weiß ja nicht ob die diskussion sich an dieser stelle nicht schon erübrigt, wenn du schreibst, dass datenweitergabe an die staatsanwaltschaft ok iss, während datenverkauf an private parteien nicht ok ist.

    letzteres ist schon lange realität, wird bei studivz auf kurz oder lang ebenso passieren und ist in relation zum persönlichen eingriff in die privatsphäre durch behörden völlig harmlos!

    aber aus deiner polemisierung des sich im unrecht befindlichen kiffenden piraten kann ich nur schließen, dass du auch auf der seite von schäuble & co stehst, wenn es um onlinedurchsuchungen geht…

    ach, und im übrigen ist mein artikel lange nach der korrektur fälschlicher zitierung entstanden.

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