Blogger sind… Opus 1 bei Miki zuhause
Jan 19

11-13 Uhr. Ü-Wagen live vom “Alter Markt” in Bochum Wattenscheid. Jetzt einschalten: WDR 5 zum Fall Nokia (88,8 MHz FM).
Ein paar Appetitanreger:
Die Ankündigung der Schließung kam per SMS, sagt eine Mitarbeiterin und Betriebsratsmitglied bei NOKIA.
Nokia hält sich von dieser live Diskussion heute fern, da den Ankündigungen nichts mehr hinzuzufügen sei,
so die WDR-Moderatorin.
Ansprechpartner der Geschäftsführung seien ‘unsichtbar’, sagt Dr. Jens Baganz Staatssekretär im Ministerium für Wirschaft, Mittelstand und Energie NRW.

Über die Jahre brachte Nokia der Stadt Bochum 25 Mio Euro Gewerbesteuereinnahmen, zitiert Paul Aschenbrenner,
Wirtschaftsdezernent der Stadt Bochum aus der WAZ

Nokias Ziel ist maximale Rendite. Die liegt aktuell bei 20% Gewinn gemessen am Umsatz. Vor dem Hintergrund, dass die Infratruktur in Bochum vergleichbarer wenn nicht besser als in Rumänien ist und Nokia kürzlich in Präsentationen die Produktion als höchst rentabel bezeichnet hat, ist die jetzige Ankündigung der Schließung regelrecht hinterfotzig, meint Reinhard Kowalewsky, Redakteur des Wirtschaftsmagazins Capital.

Paul Aschenbrenner fragt sich, für was NOKIA eigentlich steht. So stehen den vermittelten sozialen Werten nun diese Nacht-und-Nebel-Schließung gegenüber. Ihm geht es darum, Nokia zu vermitteln, dass es (mit dieser Aktion) seinem Image und damit sich selbst auch auf ökonomischer Ebene Schaden zufügt.

Wenn man betrachtet, dass die Deutschen durch ihren Handykauf höchstens max. 3% Einfluss auf Nokias Verkaufsergebnis nehmen könnten, sei mit einem Boykott nichts auszurichten., verharmlost Prof. Torsten Gerpott.

Deutschland profitiert von der Globalisierung. Kampf um die Arbeitsplätze ist populistisch, findet Prof. Torsten Gerpott, Dekan der Mercator School of Management Duisburg. Arbeitsplatzsicherung in der Hightechindustrie sei praktisch nicht möglich.

Der Bund und NRW zahlte an NOKIA über die Spanne 1988-1999 60 Mio. Euro Gemeinschaftszahlungen (GA-Programm), erläutert Dr. Jens Baganz,Gebunden sind die Zahlungen an geprüfte Zusagen der Schaffung oder Sicherung von einer bestimmten Anzahl Arbeitsplätzen über eine bestimmte Anzahl von Jahren.

Auf die Frage der Moderatorin, ob die Schließung des Werks für den Bund bei Ablauf der Bindefrist @GA-Programm nicht vorhersehbar gewesein sei, antwortet Dr. Jens Bagnaz, dass die generelle Erfahrung sei, dass vereinbarte Arbeitsplatzsicherungen in der Regel auch über die Bindewirkungsfrist hinaus erhalten blieben. Eine Prüfung in Einzelfällen sei vom administrativen Aufwand schon nicht möglich.

Nokia bekomme in Rumänien praktisch alles kostenlos. Die Kernfrage in der Union müsse lauten: Wollen (also ermöglichen) wir Subventionshopping?, meint Dr Jens Baganz.

Frau Behr (Bär oder Beer?), Mitarbeiterin und Betriebsratsmitglied bei NOKIA spürte, dass eine ‘Umlagerung’ irgendwann zu erwarten war. Das Werk sei schon länger gefährdet gewesen. Allerdings jetzt wo es effektiv noch keinen wirksamen Beschluss vom Aufsichtsrat gebe, werde man für die Arbeitsplätze kämpfen.

Wenn dir der Artikel gefallen hat, abonniere den kostenlosen RSS-Feed von tobe!
Deine Meinung: 1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (1 Stimmen, Durchschnitt: 5 von 5)
Loading ... Loading ...
928 Besucher haben diesen Artikel gelesen.

Ein Kommentar zu “Erst absahnen, dann abhauen”

Hast du keine Meinung?
  1. tobe meinte:

    Eine interessante Sendung die am Anfang sachlich und wenig kontrovers war. Vielmehr hat jeder der geladenen Gäste seinen Standpunkt proklamiert. Erst in der zweiten Stunde kam so etwas wie eine Dikussion zustande, die gerade zum Ende hin durch Einbezug des Publikums von zunehmender Emotionalität gezeichnet war.

    Podcast zur Sendung gibt es (sobald veröffentlicht) hier: http://podcast.wdr.de/radio/hallouewagen.xml

Kommentieren