Bundestag-Wahlprognose Wiederaufbau braucht das Land
Okt 04

Anders als schlechte Filme, finde ich, produzieren schlechte Bücher nicht dieses Gefühl der Zeitverschwendung. Auch finde ich sind schlechte Bücher leichter abzubrechen als schlechte Filme. Vielleicht auch weil man sich für einen Film gesondert Zeit nimmt, ihn einplant in das begrenzte Kontingent disponibler Freizeit nach Feierabend oder am Wochenende. Paradox eigentlich, da eine DVD immer einen überschaubaren Zeitrahmen von 90 bis 120 Minuten benötigt, während man mit Büchern in der Regel eindeutig länger zugange ist. Und diese geplante mentale Gemütsverfassung des Filmschauens führt nicht selten dazu, dass man selbst jenen Film bis zum bitteren Ende durchhält, der sich ein paar Minuten nach Beginn doch schon eher als Zeitverschwendung andeutet. Ganz einfach, weil man gar nicht wüsste, was man bei Abbruch mit der plötzlich freigewordenen Zeit anfangen sollte. Wie selten kommt einem da die Idee, hey, ich könnt doch einfach in meinem tollen Buch weiterlesen?

Zum anderen glaube ich aber auch, dass schlechte Bücher viel schwieriger zu schreiben sind als schlechte Drehbücher. Schließlich ist die Wahrscheinlichkeit, dass ich in einem Buch, welches ich über mehrere Stunden oder Tage lese, etwas Positives bzw Lehrreiches für mich rausziehen kann deutlich höher als in einem schlechten Film, dem maximal 120 Minuten zur Verfügung stehen. Heißt auch, es gibt mehr Grautöne, mehr Meinungsvielfalt, unterschiedlichere Kritiken.

Ich persönlich finde es schwierig zu definieren, wann ein Buch wirklich schlecht ist. Und oftmals ziehe ich zur Beurteilung hinzu, wie sehr ich mich beim Lesen langweile, wieviele Seiten ich am Stück bezwinge, in welche Laune mich das Lesen versetzt, wie sehr es mich zum Nachdenken anregt oder wieviele neue Erkenntnisse es mir bietet.
ich weiß was du denkstOder auch wie gut ich mich im Nachgang an die Inhalte erinnern kann. Gut eine Woche nach Lesen des Buches “Ich weiss, was du denkst” des Mentalisten Thorsten Havener kann ich mich immer noch nicht so recht entscheiden, was ich in ein paar Sätzen ausgedrückt von dem Werk halten soll. Es war nicht langweilig, ich habe auch viele Seiten am Stück gelesen und es hat auch Spaß gemacht. Aber jetzt nach einer Woche kann ich nicht mal mehr sagen, worum es darin genau geht. Irgendein Show-Künstler, den ich bisher mangels TV nicht kannte, packt aus, dass seine oft als Zauberei wahrgenommenen Darbietungen vielmehr mit Menschenkenntnis wie die Deutung von Mimik und Gestik zu tun haben. Zwischendurch gab es glaub ich noch allgemeine Exkurse in Themen wie die Macht der Willenskraft und das Buch las sich nicht selten wie ein persönlicher Ratgeber, der dem Leser nahelegt seine Umgebung mit geschärfterem Blick wahrzunehmen. Mir persönlich fehlte glaube ich der rote Faden und ein klares Ziel und Fazit. Allzu viel Neues habe ich nicht gelernt, sodass mir nur zu sagen bleibt: nette Unterhaltung, die passagenweise zum Nachdenken anregt, nicht wirklich etwas Neues bietet, was man nicht auch anderorts fände und dabei auch nie gänzlich mitreißt.
Mehr Infos auch bei Amazon >> Thorsten Havener: Ich weiss, was du denkst: das Geheimnis, Gedanken zu lesen

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Ein Kommentar zu “Das Geheimnis, Gedanken zu lesen”

Hast du keine Meinung?
  1. croni von doaweb meinte:

    Hallo, danke für die prima Infos in Deinem Beitrag. Folgendes möchte ich ergänzen: Ich habe das Buch bisher nur zur Hälfte gelesen und habe das Gefühl, ich weiß, wie es weiter geht. Vielleicht habe ich durch das Buch bereits Gedankenlesen gelernt… ;)

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