Hach, was waren das noch einfache Zeiten… damals, als Azubi. Steuern zahlte man nicht und wenn doch, half Muttern doch gerne dabei, das berappte Taschengeld von Vater Staat zurückzufordern. Steuerklärung lautet hier das passende Unwort.
Doch was Muttern für seinen Nachwuchs in jungen Jahren gerne machte, mutiert mit zunehmendem Arbeits- und Einnahmenvolumen für bürokratiehassende Pragmatiker wie mich zur qualvollen Freizeitberaubung.
Mit dementsprechenden Tatendrang freue ich mich nun schon seit einiger Zeit darauf, meine gar nicht überfällige Einkommenssteuererklärung für das Jahr 2007 anzugehen, die wie ich nun feststellte sogar mittelbar dadurch erleichtert werden dürfte, dass Muttern zwecks mindestens ebenso kleinkarierter Kindergeldrestanträge praktische alle der benötigten Informationen bereits eintragungsfertig vorgekaut hat. Fast alle. Denn ganz weit oben auf dem Formularkopf trohnt, was in meinen 30 Jahre zurückreichenden Archivschränken nicht mehr zu finden war: eine sogenannte Steueridentifikationsnummer.
Steuernummer ok, aber Steuer-ID? Was das… Nun die Arbeitenden unter euch werden es wissen, ich musste kurz googlen.
Die SteuerID ist sozusagen die Steuernummer 2.0, mit der mehr Transparenz, Organisation und Effizienz in die behördliche Bearbeitung von Steuerhinterziehunggeschichten gebracht werden soll. Also jenes Produkt dem unser tüchtig steinewerfenden und brückebauenden Finanzministers die Verleihung des Big Brother Awards 2007 verdankt. Aber ich schweife ab…
Punkt ist: Ich nix habe bekommen Schreiben mit Steuerident-Nr. Und das obwohl laut Bundesfinanzministerium jeder Bürger egal ob mit oder ohne deutschem Schäferhund im Stammbaum eine solches Schreiben bis spätestens Dezember letzten Jahres erhalten haben sollte.
Flux die Webseite des Steuerlichen Infocenters im Bundeszentralamt für Steuern besucht und siehe da: auf der Infoseite zur Steuer-Ident.-Nr prankt ganz zuoberst eine bescheiden doppelfarbig umrahmte Infobox, die da meldet, dass es in kaum der Rede werten Einzelfällen dazu kommen kann, dass bisher noch keine Nummer mitgeteilt wurde. Abhilfe schafft in diesen unerklärbaren Einzelfällen eine Anforderung per Post oder eMail. Und wie selten genau diese Einzelfälle auftreten, kann man dann dem Schlusssatz selbiger Mitteillung entnehmen:
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03.06.2009 / 19:13h /
War ich letztens schon in Panik, weil ich meine irgendwie im Papierberg verloren hab…Aber das is wieder typisch, schnell sind die nur, wenn sie was haben wollen…
13.06.2009 / 13:01h /
Schneller als erwartet - das Schreiben mit der Nummer war heute in der Post