Im Westen nichts Neues UMTS-Flat für 10 Euro
Mrz 21

Das Bedürfnis zwingt uns zur Arbeit, mit deren Ertrage das Bedürfnis gestillt wird; das immer neue Erwachen der Bedürfnisse gewöhnt uns an die Arbeit. In den Pausen aber, in welchen die Bedürfnisse gestillt sind und gleichsam schlafen, überfällt uns die Langeweile. Was ist diese? Es ist die Gewöhnung an die Arbeit überhaupt, welche sich jetzt als neues, hinzukommendes Bedürfnis geltend macht, sie wird umso stärker sein, je stärker Jemand gewöhnt ist zu arbeiten, vielleicht sogar je stärker Jemand an Bedürfnissen gelitten hat.

Um der Langeweile zu entgehen, arbeitet der Mensch entweder über das Maß seiner sonstigen Bedürfnisse hinaus oder er erfindet das Spiel, das heißt die Arbeit, welche kein anderes Bedürfnis stillen soll, als das nach der Arbeit überhaupt.
Wer des Spieles überdrüssig geworden ist und durch neue Bedürfnisse keinen Grund zur Arbeit hat, den überfallt mitunter das Verlangen nach einem dritten Zustand, welcher sich zum Spiel verhält, wie Schweben zum Tanzen, wie Tanzen zum Gehen, nach einer seligen, ruhigen Bewegtheit: es ist die Vision der Künstler und Philosophen von dem Glück.

~ Friedrich Nietzsche

Wenn dir der Artikel gefallen hat, abonniere den kostenlosen RSS-Feed von tobe!
Stimme ab: 1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (Keine Stimmen soweit)
Loading ... Loading ...
772 Besucher haben diesen Artikel gelesen.

Ein Kommentar zu “Arbeit, Langeweile & Glück”

Hast du keine Meinung?
  1. Christoph meinte:

    Hmmmm, ich dachte zwar immer, dass ich bestimmt nie gerne arbeiten gehen würde, aber ehrlich gesagt, liebe ich meine Arbeit absolut! Wenn ich daran denke, länger als 4-5 Tage Urlaub zu haben, wird mir ganz flau. Zu viel Freizeit ist immerhin auch nicht das Wahre, wenn man alle privaten Baustellen geschlossen hat und alle anderen Leute aus dem Bekanntenkreis arbeiten müssen.

Kommentieren