Mrz 15

swoopo arbeitsklimaDass Christian Tausend im Jahr 2007 seinen Schreibtisch bei Swoopo, vormals Telebid räumen durfte, wundert mich wenig. Schließlich schien seine Auffassung von Geschäftsführung darin zu bestehen, unliebsame Kritiker, die sich online äußerten, auf möglichst geldvernichtende Weise mundtot zu machen.
Aber dass Nachfolger Gunnar Piening, der immerhin begriffen hatte, dass die resultierende Negativ-Publicity nicht einfach auch nur Publicity ist, ebenfalls vor gar nicht so langer Zeit das sinkende Schiff verließ, muss urlaubsbedingt komplett an mir vorbeigegangen sein.
Nach der von seinem Vorgänger initiierten und erfolglos verlaufenen Blogger-Heztkampagne säuberte er das angeschlagene Image der Sofina GmbH mittels Umbenennung und Umfirmierung. Aus Telebid ward Swoopo und aus der Sofina wurde die Entertainment Shopping AG. Sehr unterhaltsam!
Danach hatte er sich bis Dezember mit unerschöpflichem Eifer darauf konzentriert, das jungfräuliche Ausland mit der sympathischen Swoopomasche zu blenden. Ich würde ja sagen, diese Schlitzäugigkeit dürften wohl nicht einmal die Koreaner übertreffen, die jetzt dank swoopo.kr zum neuesten Angriffspotenzial des Casinobude zählen. Aber mit Schlitzäugigkeit hat das selbstredend wenig zu tun. “Expansionsplanung” nennt man das heute.
Doch auch wenn die ausländischen Swoopo-Zwillinge mächtig schnell Fuß fassten, muss nun offenbar auch der gute Gunnar gemerkt haben, dass das Swoopo Konzept nicht wirklich nachhaltige Umsätze erzeugen kann und sich ähnlich zu den viral multiplizierenden Schneeballsystemen irgendwann selbst kannibalisiert – spätestens dann, wenn auch der hinterletzte Online-Dau kapiert hat, dass sein Geld wahrscheinlich besser in einem Las-Vegas-Urlaub angelegt ist, als in die plump indoktrinierte Aussicht, bei Swoopo “in wenigen Sekunden” das Schnäppchen des Jahrhunderts zu machen.
Es sei denn natürlich, Swoopo zählt irgendwann genug glücksseelige Suchtopfer unter seinen Kunden, dass die Masche sich allein durch diese Junkies dauerhaft finanzieren lässt. Aber welcher anständig denkende und handelnde Mensch wird schon all seine Hoffnung auf das Verderben anderer setzen?! Und so hat Gunnar Piening im Dezember Platz gemacht für einen Nachfolger ganz oben an der Spitze. Dumm nur, dass der Job nichts für schwache Nerven zu sein scheint. Diplom Physiker Ralph Werner, der bereits als COO hinreichend im operativen Geschäfts schnüffeln konnte, schmiss nach gerade mal vier Monaten als BigBoss das Handtuch.

Alles in allem ist es wohl mit den eigenen Mitarbeitern genauso wie mit den Kunden: Man weiß irgendwie nicht, wie man sie binden soll… Woher das nur kommen mag?!

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3 Kommentare zu “Mitarbeiter bei Swoopo”

Hast du keine Meinung?
  1. sebi meinte:

    wenn das alles so stimmt wie Du sagst – wer aber sind denn dann die Gewinner?
    So gesehen müsste Swoopo ja recht viele Leute bezahlen, um die Lüge aufrecht zu erhalten. Denn ewig, denke ich mir, würden die Leute ja nicht mitbieten wenn absolut keine Möglichkeit bestünde zu gewinnen. Es gint ja offensichtöich auch genug Leute die Erfolg haben. Und die stehen nich nicht alle bei Swoopo auf der Gehaltsliste??? Ich kann mir allerdings vorstellen, dass viele Leute nach dem ebay-Prinzip in letzter Sekunde bieten und sich dann wundern nicht den Zuschlag zu bekommen, sondern die Auktion verlängern. Dann kann es ja nicht klappen. Aber zurück zu meiner Frage. Wer sind denn dann die vielen Gewinner?

  2. tobe meinte:

    was für gewinner? welche lüge?

  3. Verbot für Luupo - nur der Anfang? - tobes blog meinte:

    [...] deutlich, das Luupo nun postwendend den Betrieb untersagt. Nur eine Frage der Zeit, wann Swoopo folgt. Als Quasi-Initiator dieser Masche am Markt müsste der Münchener Anbieter [...]

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