Ich weiß noch, wie viele Wochen Spaß ich mit dem Buch hatte. Nun wurde Ken Follets Riesenwälzer tatsächlich verfilmt. Als TV-Serie. Alles andere wäre auch naiv. Denn wer glaubt die Handlung von Die Säulen der Erde in weniger als drei Stunden unterbringen zu können, der glaubt wohl auch die Erde sei tatsächlich eine Scheibe mit ein paar Säulen drunter. Erklären kann ich mir dennoch nicht, warum man daraus nur eine Mini-Serie gemacht hat. Wie wenig hier selbst acht Folgen ausreichen, merkt wer sich nun die ersten paar Teile der in USA angelaufenenen Serie angeschaut hat. Aus deutscher Kasse finanziert und in Österreich und Ungarn gedreht, beeindruckt der Streifen vor allem durch eines:
Seine immense Erzählgeschwindigkeit. Tom Builders Frau überlebt keine halbe Folge. Andere Charaktere folgen ihr ähnlich schnell in den Tod. Die poltischen Machtkämpfe unter den Mitgliedern der Kirche präsentieren sich als fortwährend brutale Gemetzelorgie. Viel Zeit bleibt nicht, sich mit den einzelnen Figuren zu identifizieren, sodass man sich am besten darauf beschränkt, diesen Aufwand bei den Hauptfiguren zu betreiben, sofern man im Stande ist, diese auszumachen.
Denn es gibt keinen Garant dafür, dass wer in der einen Folge eine prominente Rolle einzunehmen scheint, die darauffolgende noch überlebt. Es sei denn man hält sich an die bekanntesten der Schauspieler zur Orientierung. So zeigen die mit Donald Sutherland, Matthew Macfadyen, Ian McShane und Rufus Sewel besetzten Charaktere nicht nur auf, wer im Verlauf der Geschichte eine signifikante Rolle spielen wird, sie retten durch ihre schauspielerische Leistung Die Säulen der Erde davor, für den Betrachter in jeglicher Hinsicht ein eher unattraktives Erlebnis zu werden.
Als Fan des Buches für mich ein Muss, dennoch: Schade, dass man nicht mehr daraus gemacht hat!
908 Besucher haben diesen Artikel gelesen.


Letzten Kommentare