Schneeschnuppern Schürt Angst: Steuerfahndung 2.0
Feb 03

Bildungsfernsehen ist Fernsehen, das bildet. Oder zumindest bilden soll. Und ist von daher tendenziell selten sonderlich unterhaltsam.
Doch manchmal, da weiß es auch zu überraschen. Dann zum Beispiel wenn etwas als sensationell neue Erkenntnis verkauft wird, was eigentlich jeder Zwerg gelernt hat, der mindestens zehn Jahre seines Lebens in jener Institution die Bank drückte, die bis dato offenbar ungerechtfertigt den Namen “Schule” trug.

Gesternabend auf 3Sat war in der Sendung nano Märchenstunde die Rede vom großen bösen Wolf. Hochstilisiert zum Urbegriff des Bedrohlichen aus dem Walde sei der fiese Verwandete des Hundes eigentlich gar nicht so unnütz. Für alle Bigbrother-Zuschauer, die in der Schule offenbar verpennt haben, aus dem Rotkäppchen-Märchen aufzuwachen, haben sogenannte Forscher in Kolumbien nun die bahnbrechende Entdeckung gemacht, der Wolf habe eine positive Wirkung auf sein natürliches Umfeld, indem er hilft die Balance der Arten aufrecht zu erhalten. Wie jetzt? Das Tier mordet gar nicht wahllos und hat ganz im Gegenteil sogar eine Daseinsberechtigung?
Da musste man doch gleich noch einen draufsetzen: Das gelte aber nur, wenn die Rudel nicht zu groß und das Gebiet nicht zu klein ist. Grundkurs Ökologie zum Nachsitzen. Die inherente Balance der natürlichen Symbiosen unseres Ökosystems.

Und bald erzählt uns das Fernsehen wahrscheinlich, die Erde ist überhaupt gar kein Container, Überraschung!

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