Donnerstagabend saß ich im Fischer Stüberl. Eine Fischplatte besiegt, mein Bier trinkend. Den letzten Abend und damit den Ausklang meines Kurzurlaubs in dieser fremden Stadt genießend. München ist ein faszinierender Ort. Groß, weitläufig, metropolistisch, mit einer charmanten Innenstadt, traditionsverliebt, beschaulich historisch und vor allem: sauber. Und wenn es trotz der Weitläufigkeit einmal zu laut wird, kann man der städtischen Hektik im Englischen Garten entfliehen. Ein Park, so riesig, dass der Großstadtlärm beinahe zur Stille verstummt, wenn man hier eintaucht um sich auf eine der vielen Grünflachen sportlich zu betätigen oder einfach nur hin zu fläzen.
Und dann die Menschen. In München sind sie gar nicht so unähnlich zu den hiesigen. Ihre äußerliche Attraktivität oft begleitet von einer Aura der Unnahbarkeit. Sie wirken distanziert, ein wenig kühl, nicht selten versnobbt. Schade, wenn man wie ich offen ist, neue Kontakte zu knüpfen.
Dann kam sie. Aus dem Augenwinkel bemerkte ich ihre kleine Gestalt, wie sie die halbdunke Stube betrat um mit zielstrebigen Schritten zur Theke zu gehen. Auf dem Weg warf sie ein Servus in meine Richtung - und einen kurzen, erkundenden Blick in meine Augen. Kaum erkennbar, da sie eine modische Mütze trug, die das Meiste ihres Gesichts in einen geheimnisvollen Schatten tauchte.
Ich beobachtete eine Weile. Sie bestellte Bier und Zigaretten. Letzteres, ein Pils und ein noch undefinierbarer Akzent deuteten darauf hin, dass sie nicht aus der Gegend stammte. Eine Zigarette und ein Bier später saß ich neben ihr an der Bar. Und wir unterhielten uns als sei es das Natürlichste der Welt. Ohne die üblichen Stolperversuche von Gesprächsinitiierung, ohne peinliche Pausen dann und wann. Kein trivialer Smalltalk sondern anders und damit genauso wie ich es bisher in meinem Leben vielleicht ein-, zweimal erlebt hatte.
Ein Moment, so unbeschreiblich ergreifend in der Schönheit der Verbindung, die man zwischen sich spürt. Erst im Nachhinein stimmt er nachdenklich und lässt mich gar ein wenig erschaudern. Wie oft tut man sich schwer, mit einem/r Fremden ein Unterhaltung in Gang zu bringen! Und wie oft scheitert es, weil man selbst im Smalltalk keinen kleinsten gemeinsamen Nenner findet…
Hier war es, als gäbe es eine direkte Verbundenheit. Etwas, das innerhalb kürzester Zeit eine Vertrautheit schaffte, wie sie bei anderen gewöhnlich über Monate oder Jahre entsteht. Hier war sie einfach da. Und man redet miteinander, und berührt sich - und es fühlt sich natürlich an.
Doch zugleich auch so irreal. Ein wenig wie beim Sandburgenbauen am Strand eine Perle im Sand zu finden.
Man freut sich, und zugleich wirft es eine Menge Fragen auf…
Lohnt es sich vielleicht daran zu glauben, dass es noch mehr davon gibt?!
Und wenn ja, ist es wert, sich auf eine mühsame Suche danach zu begeben?
Oder wird es immer einfach nur passieren? So wie an jenem Donnerstagabend als Ergebnis einer Verkettung mehrerer unglücklich erscheinender Zufälle?
Und was will es mir eigentlich überhaupt sagen?
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07.09.2010 / 13:24h /
Hmmmm…tja…das ist wohl das Besondere ein Mensch zu sein…und immer wieder sind es diese aussergewöhnlichen Sekunden, Minuten oder Stunden, die einen optimistisch in die Zukunft blicken lassen…
07.09.2010 / 20:55h /
…oder pessimistisch. wie tragisch komisch schließlich, dass man mit dem ganzen zombierest keine verbindung aufbauen kann.
07.09.2010 / 22:53h /
[…] Hin & Weg Sep […]
21.09.2010 / 11:58h /
Lohnt es sich vielleicht daran zu glauben, dass es noch mehr davon gibt?!
Und wenn ja, ist es wert, sich auf eine mühsame Suche danach zu begeben?
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Bestimmt gibt es mehr davon! Und es lohnt sich einen dieser Menschen für sich zu finden und danach ohne wenn und aber nach keiner “besseren” Ausführung dieses Menschens zu suchen. Nur so wird und bleibt man m.E.n. überglücklich.