Kanalisierte Begeisterung Bloggen ist Glauben
Jun 23

Heute mittag bei Funkhaus Europa gab’s ein Interview mit einem (oder dem?) König von Ghana. Beindruckend fand ich weniger, wie er mit gemütlichem Temprament hinnahm, dass die Moderatorin über seinen, für westliche Verhältnisse langen Namen witzelte, als der Kommentar, der auf die Frage kam, wie er und seine deutsche Frau denn heute untereinander die landesbezogene Solidaritätsfrage hinsichtlich des Siegerfavoriten für das Deutschland:Ghana-Spiel geklärt hätten. Nämlich gar nicht. Man sei für ein entschiedenes Unentschieden und dafür, dass Deutschland und Ghana im großen Finale ein Wiedersehen feiern, in dem Deutschland dann gewinnt. Wieso Deutschland? Fragte die Moderatorin. Nun, sie sind doch so scharf drauf, sagte der König. Und wenn jemand etwas will, dann soll man es ihm geben. Wenn er dann zufriedener ist, ist Ghana auch zufrieden.
Was für eine Handlungsphilosophie! Und soviel zum Thema der Zivilisationsarroganz, die einem auf den Straßen Deutschlands heutzutage begegnet - genauso wie übrigens mir heute ein zum Public-Viewing strebender Deutscher nach Feierabend, der hörbar angetrunken seinen Kumpels zurief: Ey, wenn Deutschlaaaand heute nich gewinnt, dann rast’ isch aus, Alter!!!

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