Ich weiß, ich habe bisher wenig über meine neue Wohnung erzählt, aber ich muss es hier und jetzt einfach mal sagen: Sie ist toll! Besonders auch die Küche. Nicht, weil sie super hübsch und hyper modern ist. Ist sie nämlich nicht. Nein, vielmehr weil sie schlicht und einfach nur schon drin war. Perfekt für einen dauerhaft dilettantischen Domizil-Dekorierer wie mich, der im Durchschnitt zwei bis drei Jahre braucht, bis er seine Bude derart ästhetisch mit Möbiliar und passender Deko befüllt hat, dass er sich erlauben kann, auch einmal Gäste in seinem heiligen Reich zu empfangen. Eine mitgelieferte Küche kommt da gerade recht.
Auch wenn diese anstelle durchaus überflüssiger Kuchenmaschinerie wie einer Spülmaschine, an die man sich ja durchaus gut gewöhnen könnte, sinnfreie Gerätschaften wie einen Trockner beherbergt. Nicht nur sehe ich nichts was dagegen spricht, seine Wäsche in extra geschaffenen Kellerräumen Mutter Naturas Lüftchen auszusetzen - vielmehr ist in meinen Augen das maschinelle Trocknen von Wäsche ungefähr genau so eine Idiotensünde wie die Krebszellenzüchtung auf dem Asitoaster. Braun und trocken wird man an der frischen Luft und in der Sonne … und beides gibt’s gratis - warum also die Atomkraftwerke ansaugen und Stickstoff in die Atmosphäre blasen?! Aber gut, andere Geschichte…
Neugierig machte mich jedenfalls diese monströse Gerät, das in seiner ideologischen Zweckbefremdung keine andere Funktion hatte, als mir wertvollen Platz zu stehlen. Vielleicht hatte das gute Ding ja doch noch irgendeinen egomanischen Vorteil, der mir die moralische Legitimation erteilen würde, aller Ideologie zum Trotz pro Monat Dutzende Kilowattstunden zu verbraten. Und so machte ich mich auf die Suche nach der Bedienungsanleitung zu diesem ungeliebten Stromschlucker. Was ich fand war ein Büchlein, das mich dank seines Umfangs nach inniger Studiererei der ersten drei Seiten in die Kapitulation zwang. Daran vermochte auch die rührende, vorwortgleiche Einleitung nichts zu ändern, die wie mir vorkam, als sei sie vom Trockner höchpersönlich formuliert worden:
Guten Tag
Darf ich mich vorstellen: ich bin der Wäschetrockner LAVATHERM von AEG. Von nun an möchte ich für Sie das Trocknen vergnüglicher machen. Und zwar nicht nur durch mein gutes Aussehen, sondern auch durch meine “inneren Werte”. Ich bin sehr sparsam im Umgang mit Energie, schonend zu Ihrer Wäsche, im Betrieb besonders leise, leicht zu bedienen und einfach zu pflegen.
Ich glaube, wenn mein Wäschetrockner reden könnte… ich würde ihm nur eines sagen. Dass er sich verdammt nochmal dorthin verziehen kann, wo er meint, dass man ihn gebrauchen könne: raus aus meiner Küche!
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11.04.2010 / 21:22h /
/sark.
Hm… wozu überhaupt eine Küche? Wäre es nicht ökonomischer, im Wald Kräuter und Beeren zu sammeln und diese Methan-pupsenden Viecher als Eiweißlieferant zu nutzen? Wahrscheinlich hast du auch noch Licht in der Küche… welch Desaster! Dann noch ein paar Kw/h im Jahr dafür raushauen, sich über genau die Art ökologischer Zerstörung informationstechnisch (auch unsinn/Brieftauben) auszulassen… =)
Bei mir ists übrigend der TV, der seine Anleitung geschrieben hat. Ja habe ich… gestehe beschämt Energieverschwender zu sein..
Mfg
17.04.2010 / 16:52h /
echt? der tv SCHREIBT noch anleitung? … dachte die reden heute schon mit einem…