Aug 26

steuererklärung 2008Geschafft. Und so schlimm war das erste Mal gar nicht. Nur viel zu schnell vorbei. Und weil’s so schön war, hab ich’s gleich nochmal gemacht. Ich meine natürlich meine Steuererklärung, was habt ihr denn gedacht.

Ursprünglich geplant, mich ganz locker bis November in die trockende Materie einzuarbeiten um dann gediegen zum Jahresende die Formulare abzuschicken, hat mir mein liebstes Finanzamt einen dicken Strich durch die Rechnung gemacht. Die haben mir nämlich erstmal kurz vorm Urlaub ‘ne nette Mahnung geschickt. Für das Jahr 2009 wohlgemerkt!

Naja, lange Rede kurzer Sinn. Bekommen sie nun gleich die doppelte Ladung, aber dafür in schlanker Minimalform, da ich kein Bock hatte, die 1.000 unmoralischen Steuertricks des Herrn Konz in die Praxis umzusetzen – hoch lebe der Pauschbetrag!
Und apropos Konzsche Kampfansage. Die Geschichte ist noch nicht zu Ende, denn nur ungern enthalte ich euch vor, womit Herr Konz das Verfassen eines so staatsdiebisch anmutenden Schriftwerks legitimiert. Ich habe ja immer gesagt, damit der Teufelskreis zwischen Steuerhinterziehung und bakteriumartiker Gesetzestextvermehrung mit eingehender Zunahme der allgemeinen Steuerlast endlich gestoppt wird, müssen alle einfach zur Abwechslung mal ihre Steuern zahlen.
Aber, so einfach geht dass natürlich nicht, wie uns Herr Konz kurz, knapp aber differenziert in seiner Einleitung erläutert:

Vor nicht allzu langer Zeit hat sich der Fiskus vollmundig mit dem Slogan geschmückt “Der ehrliche (Steuerzahler) soll nicht der Dumme sein.” Da wurden große Pläne zur Steuervereinfachung geschmiedet. Unzählige Expertenentwürfe für gerechte und einfachere Steuergesetzbücher wurden entwickelt. Ja sogar von der Steuererklärung auf einem Bierdeckel war die Rede. Zurückblickend muss man ganz nüchtern feststellen: “Alles nur heiße Luft.” Schlimmer noch: Es hagelt weiterhin neue Steuergesetze. [...] Und auch die Beratungsresistenz – oder sollte ich lieber sogar sagen: die Vernunftsresistenz – der für die Steuergesetzgebung Verantwortlichen scheint von Jahr zu Jahr zu steigen. Man denke nur an die schon fast bockbeinig anmutende Hartnäckigkeit, mit der der Bundesfinanzminister an der ungerechten Kürzung der Pendlerpauschale festhält.

Aber damit ist das berühmte Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht. Millionen von Rentnern müssen nun zum Teil bis ins Jahr 2005 zurück Steuern auf ihre Renten nachzahlen. [...] Hier zeigt sich wieder einmal wie richtig ein bekannter Steuerwissenschaftler lag, als er den Satz prägte: “Weshalb wundern Sie sich über die Praxis des Fiskus? Wir reden doch schließlich in Deutschland von ‘Steuerrecht’ und nicht von ‘Steuer gerecht!’”

Auch mit dieser Ausgabe möchte ich wieder ein wenig dazu beitragen, dass bei allem Steuerrecht etwas mehr Waffengleichheit herrscht und meine Leser nicht zum Schluss als die “Dummen” dastehen.

Waffen? Achso, Krieg und so? Nur hab ich noch nicht so recht verstanden gegen wen, aber egal. Hauptsache nicht der Dumme sein am Ende…

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Ein Kommentar zu “Zu den Waffen, Steuerzahler!”

Hast du keine Meinung?
  1. Unfehlbare Beamte - tobes blog meinte:

    [...] die letztjährige Anschaffung des großen Konz-Wälzers mitsam CD sich am Ende weniger als Erleichterung denn als Verkomplizierung erwies, habe ich dieses [...]

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