Okt 11

Aktien wurden erstmalig durch die Holländer herausgegeben um für ihre “Niederländische Ostindien-Kompanie” ein Importmonopol für Gewürzhandel aufzubauen und zu sichern. Die Stückzahl war begrenzt und der Unternehmensgewinn wurde zu praktisch 100% an alle Anteilseigner, die ein solches Wertpapier erworben hatten, als Dividende ausgeschüttet.

Das im Rahmen der Emission eingetriebene Geld wurde u.a. verwendet, um eine gigantische Schiffsflotte aufzubauen, mitsamt eines zigtausend starken Soldatenheers, das auf den Handelsrouten die ausländischen Rivalen bekämpfte.

Der Glücksspieler und Knastflüchtling John Law war es, der das Prinzip der Aktien auf das nächste Level brachte und nach Frankreich importierte, wo es schon kurze Zeit nach seiner Etablierung vor allem Law und einige wenige Leute sehr reich machte und gleichzeitig jene Phänomene hervorrief, wie sie auch heute noch geliebt und gefürchtet sind: die Booms und die Crashs am Aktienmarkt. Aktienkurse spielen niemals reale Werte wider, sie beurkunden lediglich einen fiktiven Wert, von dem die Aktienhändler am Markt überzeugt sind, dass das Unternehmen es in der Zukunft wert sein wird. Und das Auf und Ab im Kursverlauf liegt nicht begründet in rational erklärbaren Kausalzusammenhängen, sondern ist subtiles Ergebnis psychologischer Prozesse in den Köpfen einer dem Boomfieber verfallenen Herde, die sich mit einfachsten Mitteln manipulieren lässt.

Warum der Fall “Enron” an sich nichts Neues ist und wie wenig wir aus den Fehlern einer sich stetig wiederholenden Vergangenheit lernen, beschreibt Niall Ferguson in Teil 3 von “The Ascent of Money”:

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