Jul 03

Kleidete Hagen Rether seine Texte nicht unter einen Deckmantel rabenschwarzen Zynismus’, ich bin mir sicher, sein Programm würde verboten werden. Und würde man nicht lachen, müsste man weinen, denn das, was er uns dort mit seiner entspannten Eloquenz in nachbarschaftlicher Plaudermanier vorhält, ist ein Spiegel. Ein Spiegel, der uns dastehen lässt wie die dumme Herdenmasse, die wir sind, manipuliert von systemerhaltenden Wirtschafts-Lobbyisten die uns Nachrichten auftischen, von denen wir glauben sollen, dass sie Neuigkeiten sind. Ein und dieselben Muster immer wieder, auf dass uns die Angst nicht abhanden kommt. Gestern abend sah ich ihn das erste Mal live auf der Bühne.

So klar die Gesinnung bei ähnlich bitterbösen Kollegen wie beispielsweise Volker Pispers ist, so schwer tue ich mir bei Hagen Rether einzuordnen, wohin er eigentlich gehört und was er sagen will. Nur für einen Moment, kurz bevor er so ziemlich jede Religion aufs Korn nahm, die dieser Erdball zu bieten hat, zeichnete sich eine Aussage ab, die auch zum ersten Mal einen roten Faden zum Namen seines Programms knüpfte. Denn außer im Satz “Alles was wir brauchen ist ein bisschen mehr Demut und Nächstenliebe… weiter nichts” wird man das Wort “Liebe” vergeblich suchen. Und so bleibt mir neben der uneingeschränkten Empfehlung seiner Show zum Schluss auch die Frage an alle, die ihn vielleicht schon länger kennen: ist er immer so… oder resigniert er gerade? Hier ein Auszug aus seinem aktuellen Programm:

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