Nov 14

evolutionslüge menschheitsgeschichte hinterfragtEs war neulich bei einem schmackhaften Abendessen in einem gemütlichen Münchener Café, dass ich auf die Rolle der Schule in unserer heutigen Gesellschaft zu sprechen kam. Schule im klassischen Sinne ist obsolet. Zu diesem Schluss ist man gezwungen zu kommen, wenn man sich die heutigen Formen von Wissensspeicher und deren Zugänglichkeit anschaut. Wenn die Vermittlung von Faktenwissen die Funktion von Schule sein soll oder sollte, um damit jedermann sein Recht auf Bildung zu erfüllen, dann macht es genau so lange Sinn, wie Bücher nicht für jedermann erschwinglich sind und Bibliotheken nicht für jedermann erreichbar und/oder zugänglich. Spätestens das Internet aber hat Wissenstransfer sozial und global revolutioniert. Neben einer Menge anderer Dinge versteht sich – so können wir, dem aktuellem Smartphonetrend sei Dank, gerade die zunehmende, allumfängliche Verlagerung des Alltags ins Internet beobachten.

Mehr als nur ein wenig kurios mutet es da an, dass sich eine Institution von ihrem Wesen her keinen Zentimeter an dieses neue Zeitalter angepasst hat, rein inhaltlich betrachtet. Wir brauchen die Schule, das steht außer Frage – heute, glaube ich, sogar mehr denn je. Aber wir brauchen eine Schule, die uns die Werkzeuge lehrt und nicht das Material. Methodik statt “Fakten”. In der Schule von heute sollte es mehr darum gehen, dass man lernt wie man lernt, als darum, dass man Inhalte lernt, von denen jemand meint, dass man sie lernen müsste.
Ein Rückblick in meine Schulzeit lässt mich dagegen nicht nur nachdenklich werden, sondern zugleich erschrecken. Mit welcher Selbstverständlichkeit und ohne Selbstzweifel hier Inhalte vermittelt wurden, die auf allem anderen als einer soliden Faktenbasis fußen, kann ich derzeit am anschaulichsten am Beispiel des Biologieunterrichts vorführen: Die zum Zeitpunkt gängige wissenschaftliche Ansicht zum Thema unserer Menschheitsgeschichte wurde derart dogmatisch in meinem Kopf verankert, dass ich bis kürzlich nicht einmal auf die Idee kam, irgend etwas davon kritisch zu hinterfragen.
Wie kann es dazu kommen, dass wir soetwas wie die “Evolutionstheorie” als gegeben hinnehmen, obwohl schon sein Name ein Mindestmaß an Skepsis und Zweifel wecken müsste?!
Setzt es nicht voraus, dass schlichtweg verschwiegen wurde, dass die Realität im Hinblick auf die empirische Faktenlagen ganz anders aussieht. Diese selektive Auswahl von Teilwissen und dem damit verbundenen Ausblenden von komplementär existierendem Teilwissen kommt dem ziemlich nahe, was Hans-Joachim Zillmer als “Wissensfilter” bezeichnet:

In der Wissenschaft existiert ein Wissensfilter, der unwillkommenes Material aussiebt. Diese Wissensfilterung wird bereits seit dem Ende des 19. Jahrhunderts betrieben und dauert bis heute an. Der Lehrmeinung widersprechende Funde werden abgelehnt, ohne dass eine sorgfältige Überprüfung des Befundmaterials geschieht. Hat im wissenschaftlichen Establishment (Science Community) erst einmal das Gerücht die Runde gemacht, dass ein spezieller Fund unseriös sei, genügt dies den meisten Wissenschaftlern, um sich nicht mehr mit dem angezweifelten Material zu beschäftigen. Ein Mantel des Schweigens wird dann darüber ausgebreitet. Neu heranwachsende Wissenschaftler wissen dann auch nichts mehr von der Existenz kontroverser oder sogar der herrschenden Theorie krass wiedersprechender Funde und glauben selbst, ja sind felsenfest davon überzeugt, dass sie vom universären Wissenschaftsbetrieb umfassend und allwissend ausgebildet wurden.

Wohlgemerkt beschreibt Zillmer hiermit in seinem Buch “Die Evolutionslüge” ein Phänomen innerhalb der Wissenschaftlichen Gemeinschaft, nicht des Schulsystems. Dass dort allerdings dieselben Verhaltensmuster zu beobachten sind, während der Mindestanspruch zumindest die Vermittlung einer gesunden Skepsis im Hinblick auf solch hypothetischen Inhalten sein würde, legt den Schluss nahe, dass Schule letztlich nur als ein verlängerter Arm der Wissenschaft dient… oder – um noch einen Schritt weiter zu denken – als das Sprachrohr dessen, dem die Wissenschaft als Arm dient.
Vor dem Hintergrund, dass es wenig braucht, die heutige Obsoleszenz von Schule in seiner klassisch geglaubten Rolle zu erkennen, hätten wir auch direkt die Antwort auf die Frage, warum sich Schule bis heute nicht geändert hat. Ihre Rolle ist mittlerweile – oder war es vielleicht schon immer – eine andere als die originär geglaubte. Und wenn “Wissenschaft” und Schule im Auftrag eines wie auch immer organisierten und politisch motivierten Establishment systematisch bestimmte “Fakten” und Denkmuster möglichst früh in den Köpfen einer Gesellschaft zu etablieren versucht, kommen wir leider auch nicht umhin, das Wissen mit dem wir aufgewachsen sind, als das zu enttarnen was es wirklich ist: Propaganda.

Bleibt die Frage, wer davon profitiert, dass Wissen nicht wirklich vermehrt und fragwürdiges Wissen nicht hinterfragt wird. Das höhere Ziel kann wohl kaum die Existenzsicherung einzelner Wissenschaftler sein, deren Ruf auf dem Spiel steht, wenn ihre Erkenntnisse auf den Prüfstand kommen. Zu verzahnt, zu allumfassend und zu weitreichend ist die instanzübergreifende Ad-Absurdumführung des wisssenschaftlichen Apparates und seiner Methoden. Ist nicht viel naheliegender, dass hier bestimmte Weltbilder geformt werden, die uns so maßgeblich beeinflussen, dass wir automatisch zu bestimmten Verhaltensweisen tendieren und bestimmte Verhaltsweisen vernachlässigen. Die Raffinesse kommt zutage, wenn man sich vor Augen führt, wie wenig Skepsis wir aus Schule – später vielleicht auch Studium – ins Leben nehmen. Tatsächlich vertrauen wir den Lehren und Theorien, mit denen wir aufgewachsen sind, nämlich derart blind, dass wir ein Scheitern der Praxis aus Sicht der Theorie in den wenigsten Fällen auf ein mögliche Hinfälligkeit dieser Theorie zurückführen. Viel lieber suchen wir den Fehler in der Praxis, genauer: die Stelle, an der die Praxis versagt hat, sich an die Theorie zu halten.

In der gegenwärtigen Situation globalen Scheiterns ist es nicht nur dringend an der Zeit, alte Konzepte und Weltbilder auf den Prüfstand zu stellen, sondern zu hinterfragen, wer für die systematische Konservierung dieser Konzepte und Weltbilder verantwortlich ist und mit welchem Motiv. In der Antwort auf diese Fragen liegt die Befreiung aus den Fesseln der Vergangenheit als Grundvoraussetzung für die Schaffung eines Bildungssystems, das kein anderes Ziel verfolgt als uns in der Zugänglichmachung von Wissen und dem skeptischen Umgang damit zu schulen.

Erst dann folgt auch die Chance, aus dem Teufelskreis der Fehler auszubrechen, die wir immer wieder begehen, obwohl uns die Vergangenheit bereits eines Besseren belehrt haben sollte. Die Chance für wahrhaftigen Fortschritt, ein Fortschritt für die Menschheit, für alle Menschen.

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4 Kommentare zu “Evolution und andere Lügen”

Hast du keine Meinung?
  1. syrelsnyr meinte:

    Hm. Ohne jetzt die Zeit zu haben in jedes Detail einzusteigen, 2 Gedanken die mir beim Lesen gekommen sind.
    Grundsätzlich bin ich Deiner Meinung, der Text zeigt einige Defizite auf über die es sich in der Tat lohnt weitere Gedanken zu machen.
    Womit ich nicht einhergehe ist Deine Provokation durch die “Propaganda”. Wikipedia erklärt diesen Begriff wie folgt: “Propaganda bezeichnet einen absichtlichen und systematischen Versuch, Sichtweisen zu formen, Erkenntnisse zu manipulieren und Verhalten zum Zwecke der Erzeugung einer vom Propagandisten erwünschten Reaktion zu steuern.” – Deine Schlussfolgerung ist daher m.E. nach überzogen, denn anhand Deiner Argumente lässt sich kein absichtlicher und systematischer Versuch erkennen. Sicherlich ist es richtig, dass viel Wahrheit verbogen wird, damit alles wieder ins Gesamtbild passt, allerdings wage ich anzuzweifeln, dass hier eine zentral gesteuerte Systematik mit absichtlich verfolgtem Zweck hintersteckt uns eine bestimmte Meinung unterzujubeln. Ich denke eher, dass es sich hier um einen sich verselbstständigten Prozess handelt, den es zwar – in allen Bereichen, nicht bloss in der Wissenschaft im eigentlichen Sinne – gibt, der aber kein konkretes Ziel verfolgt.
    Des Weiteren finde ich den Ansatz völlig richtig über das Schulsystem nachdenken zu müssen und ich glaube auch dass dieser in die richtige Richtung geht. Allerdings hier mit einer Einschränkung: “Wenn die Vermittlung von Faktenwissen die Funktion von Schule sein soll oder sollte, um damit jedermann sein Recht auf Bildung zu erfüllen, dann macht es genau so lange Sinn, wie Bücher nicht für jedermann erschwinglich sind und Bibliotheken nicht für jedermann erreichbar und/oder zugänglich. Spätestens das Internet aber hat Wissenstransfer sozial und global revolutioniert.” – zumindest der letzte Satz ist völlig richtig. Jedoch darf man bei diesem Ansatz nicht vergessen, dass, die lediglich 10 % der Haushalte über 46,8 % des privaten Vermögens in .de verfügen. Somit ist es nicht gesichert, dass Bücher “für jedermann erschwinglich sind” oder das Internet als zentraler Wissensquelle für jedermann verfügbar. Würde man diesen Punkt riegeros verfolgen, würde sich der Trend der Bildungsdefizite in sozial schwächeren Schichten m.E. nach verstärken. Deine These würde also vermutlich gerade in sozialen Brennpunkten auf viel Gegenliebe stossen ;-)
    Wie gesagt, ich glaube Dein Ansatz geht in die richtige Richtung, jedoch gibt es in diesem Zusammenhang auch noch viele Baustellen die sich auftun und die man nicht unerwähnt lassen sollte.
    So long.

  2. tobe meinte:

    Das Politiklexikon: Propaganda ist die schriftliche, mündliche oder anderweitige, neuerdings auch elektronische (Internet) Verbreitung (politischer, religiöser etc.) Überzeugungen, oft in Verbindung mit weiterer persönlicher Überzeugungsarbeit.

    Duden: Propaganda ist die systematische Verbreitung politischer, weltanschaulicher o. ä. Ideen und Meinungen mit dem Ziel, das allgemeine Bewusstsein in bestimmter Weise zu beeinflussen.

    oder noch kürzer und knackiger – Merriam Webster: Manipulation of information to influence public opinion.

    welche der kriterien für propaganda sind deiner meinung nach nicht gegeben? es geht um information, die verbreitet wird nicht um ihrer selbst willen, sondern mit der absicht eine bestimmte öffentliche meinung zu formen = manipulation = propaganda.

    und verteilung mit vermögen hat nichts mit zugang zu wissen zu tun. bin dabei wenn wir über entwicklungsländer reden, aber ich rede von der deutschen gesellschaft. zugang zu wissen ist für jedermann bezahlbar. armut entsteht im geiste, wenn deutschlands jugend nämlich lieber pro jahr 240 euro für nen handyvertrag ausgibt anstelle von 20 euro für nen büchereiausweis…

  3. syrelsnyr meinte:

    “das allgemeine Bewusstsein in bestimmter Weise zu beeinflussen.” – ich glaube halt eben nicht dass die von Dir erwähnte Verbiegung der Praxis zur Vertretung der Theorien darauf -abzielt- Menschen zu manipulieren oder eben “in bestimmter Weise zu beeinflussen” bzw. bewusst eine “öffentliche Meinung zu formen”.
    Dass Zugang zu Wissen in .de für jedermann bezahlbar ist, halte ich nach wie vor für reine Theorie, aber Du kannst mir das gerne praktisch veranschaulichen um Deine Theorie zu festigen… ;) Die Frage an dieser Stelle ist natürlich in wie Weit man “Wissen” definiert. Wenn man mit dem Zeitgeist geht (so wie Du es forderst), bezieht sich m.E. nach “Wissen” eben nicht nur auf den Büchereiausweis mit den darin enthaltenen überholten Auflagen und zu papiergebrachten Theorien die im Zweifel nicht kritisch hinterfragt bzw dort nicht diskutiert werden (wie bspw. auf entsprechenden Internetplattformen).
    Deinem letzten Satz kann ich dennoch nicht widersprechen.

  4. tobe meinte:

    “ich glaube halt eben nicht dass die von Dir erwähnte Verbiegung der Praxis zur Vertretung der Theorien darauf -abzielt- Menschen zu manipulieren oder eben “in bestimmter Weise zu beeinflussen” bzw. bewusst eine “öffentliche Meinung zu formen”.”

    aber wozu dann?

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