Nov 20

cafe langenfeld kritikMannomann, muss Scheitern Spaß machen. Neulich seit langem mal wieder im Café New York gewesen, mit Kollegen in der Mittagspause. Wenn es sich auch um die wahrscheinlich ohnehin eher dürftiger besuchte Mittagszeit handelte, man bekommt den Eindruck, als verblasse auch allgemein so langsam der initiale Hip-Faktor und damit verbundene Hype von Jung und Alt um’s Sehen und Gesehen Werden. Ohne eine Mittagskarte bieten zu können, war die Lokalität nur zu einem Bruchteil gefüllt, und entsprechend nur mit einer Mindestbesetzung an Personal bestückt. Die obligatorische Wartezeit auf Bedienung, Getränke und Speisen scheint zum Konzept zu gehören, auch wenn diese mittags für Berufstätige alles andere als praktikabel ist.

Interessanter als das tagsüber wirklich trist daher kommende Ambiente fand ich die neuesten Eindrücke über Inhaber Tino Jans. Bekannterweise entscheidet sich die Qualität einer Gastronomie nicht ausschließlich über das rein mathematische Verhältnis von Befriedigungs- zu Fehlerquote, sondern auch darüber, wie man mit Fehlern umgeht wenn sie passieren. Was man freilich erst dann merkt, wenn ebensolche Fehler passieren. Nun sehen die Mitarbeiter im Cafe New York wahrlich alle nicht aus wie Roboter, aber Jans scheint dennoch der überheblichen Ansicht zu sein, dass Fehler in seiner Gastronomie einfach ausgeschlossen sind.
Oder wie sonst erklärt sich, dass das Personal bei entsprechender Beanstandung absolute Handlungsunfähigkeit demonstriert?! In Reaktion auf eine reklamierte, weil ungenießbar versalzene Schuhsohle, die nicht den Erwartungen des in der Karte geführten Hüftsteaks erfüllen konnte, zeigte sich die Bedienung unfähig, entsprechenden Posten von der Rechnung zu streichen mit der Aussage, dazu sei hier niemand vom Personal berechtigt. Man müsse “versuchen”, darüber mit dem Inhaber zu diskutieren. Der sei aber gerade nicht da. Also dann morgen…
Immerhin nahm es die Bedienung nach der Verkettung der Peinlichkeiten auf die eigene Kappe, die Rechnung nachträglich aufzusplitten – das sei wohl bei EC-Kartenzahlung eigentlich auch nicht möglich. Wie gut, dass man vorher nicht gefragt hat, ob zusammen oder getrennt bezahlt wird.

Und wenn man sich eigentlich über soviel dienstleisterische Inkompetenz wundern sollte, man tut es nicht, wenn man einmal Tino Jans in Persona gegenübergestanden hat, um seine Entäuschung zum Ausdruck zu bringen zu “diskutieren”. Denn was unser Schuhsohlen-Opfer am Tag darauf empfing, war ein unfreundlicher, undankbarer Ignorant, dem jeder kleine Euro wichtiger ist, als die Meinung seiner Gäste. Was wieder einmal den Wahrheitsgehalt eines alten Sprichworts beweist: Der Fisch stinkt meist vom Kopfe her. Und jetzt, da auch die Qualität des Essens sichtlich nachlässt, schwinden die Gründe, diese ideenlose Franchise-Stil-Kopie überhaupt noch einmal mit seinem Geld zu beehren.
Und vielleicht täte auch der Fisch gut daran zu überlegen, ob er nicht besser bei den Fritten aufgehoben ist!

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