Nov 23

einfluss neue medien auf intellekt…oder verdummst du schon?
Bei allem Loblied auf die Errungenschaften des digitalen Zeitalters, natürlich ist naheliegend, dass es auch Schattenseiten gibt. Aber wer hätte gedacht, dass diese so tiefgreifend sind?! Zum Beispiel im Bereich der Sprachkompetenz: Professor Dr. Gerhard Wolf von der Universität Bayreuth hat eine Umfrage an 135 deutschen geisteswissenschaftlichen Fakultäten in 62 deutschen Universitäten durchgeführt. Neulich im Wartezimmer beim Arzt bin ich im “Der Spiegel” (Ausgabe 40) über einige seiner Ergebnisse erschrickt:

  • Eine wachsende Gruppe von Studierenden ist den Anforderungen des gewählten Studiengangs intellektuell nicht gewachsen.
  • Die mangelnde Studierfähigkeit zeigt sich vor allem in der stark unterentwickelten Fähigkeit, kompetent und souverän mit der deutschen Sprache umzugehen.
  • Konjunktive verschwinden aus den schriftlichen Arbeiten ebenso wie zunehmend alle Zeitformen jenseits des Präsens.
  • Der aktive Wortschaft schrumpft auf wenige hundert Ausdrücke, die penetrant wiederholt werden.
  • Das Wagnis, ein komplettes Satzbaugefüge zu bilden, endet regelmäßig in peinlichen Niederlagen.
  • Verstehendes Lesen ist eine Kunst, die kaum einer eine/r unserer Erstsemestler beherrscht.
  • In Geistes- und Kulturwissenschaften erscheinen Studierende, die kaum einen syntaktisch und grammatikalisch richtigen Satz produzieren können.
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2 Kommentare zu “Twitterst du nur…”

Hast du keine Meinung?
  1. Horst Schulte meinte:

    Du schreibst aber gar nichts davon, dass dieses Manko auf Twittern zurückzuführen sei — außer natürlich im Titel. :-)

    Ich glaube ja, das liegt alles nur daran, dass schon alles (wirklich alles) gesagt und geschrieben wurde. Da kommen die Leute auf den Trichter, dass die Würze in der Kürze liegt. Mein alter Rektor an der Hauptschule wusste das schon.

  2. tobe meinte:

    twitter war auch nur stellvertretend ausgesucht und genannt. ein titel muss eben kurz sein ;)
    ich persönlich glaube, es hängt damit zusammen, dass heute einfach weniger gelesen wird. wir kommunizieren immer mehr in bildern. und immer fragmentierter. sprachkompetenz will geübt sein. wieviele junge menschen lesen heute noch? ich meine bücher, also hunderte seiten am stück, mit handlung spannung und vernünftiger syntax. überall sieht man menschen mit ihrem smartphone spielen,,, bei jeder freien gelegenheit.
    und wir fangen schon an, unsere mobilen betriebssysteme dahingehend umzubauen, dass sie von kleinkindern bedient werden können, deren motorische fähigkeiten noch eher rudimentär sind… große bunte buttons zum betatschen… win8 hast du ja bereits getestet ;)

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