Jan 09

sind meine daten sicher whatsapp datenschutzDatenschutz ist gut und schön. Ich kenn da so ein paar legitime Querulanten, die in emsiger Auslebung ihres Rechts auf informationelle Selbstbestimmung Facebook nicht nur boykottieren sondern jeden angemeldeten Facebook-Hammel eins auf die Semmeln geben, wenn man sie dort namentlich erwähnt oder gar eine Veranstaltungseinladung an ihre Emailadresse schickt. So weit so gut.
Inkonsequenterweise stelle ich immer öfter fest, dass ebenjene Leute ohne mit der Wimper zu zucken ihre und meine Daten an whatsapp verschenken, nur damit sie sich ein paar Cent für die ein oder andere SMS sparen.

Leider wissen die meisten smartphonophilen Multimedia-Gestalten nicht, was sie anrichten, wenn sie der alles andere als rechtskonformen Whatsapp-Applikation auf ihrem Smartphone den Zugriff auf das Adressbuch erlauben. Dass ein Startup in Übersee der hiesige Datenschutz soviel juckt wie ‘ne Mücke bei Regen, nimmt man salopp zum Anlass, sich selbst dann ebenso geschickt aus der Verantwortung zu ziehen.
Der gravierende und denoch – oder vielleicht deswegen – totgeschwiegene Unterschied zu Portalen wie Facebook ist und bleibt aber, dass ein jeder auf diesem Planeten wohnhafte Mensch keine Kontrolle mehr über seine höchstpersönlichen Daten hat, sobald irgendeiner seiner Bekannten sein Adressbuch mit dem Server von whatsapp synchronisiert.
Je nachdem wie detailliert nun das Adressbuch gepflegt ist, ist die Handynummer noch das kleinste Übel, mit dem die Whatsapp-Betreiber emsigen Datenhandel betreiben können, denn auf keiner Hilfeseite und in keinem FAQ der App steht geschrieben welche Informationen eigentlich genau auf den Server nach Silicon Valley hochgeschoben werden, theoretisch also alles was unter dem Telefonbucheintrag an Informationen gespeichert ist.

Und wer jetzt immer noch nicht begriffen hat, was ich sagen will dem kann ich nur nahelegen: ich hoffe du hast mich nicht als Kontakt auf deinem Smartphone, womöglich mit ‘nem netten Foto, damit du nicht vergisst wie ich aussehe, so ‘nem Geburtsdatum, damit du nicht vergisst, wann du mir gratulieren musst, meinen Festnetznummern, falls ich mal nicht an’s Handy gehe, meiner Wohnadresse, wenn ich dir mal zeigen will, wie voll mein Briefkasten jetzt schon mit Werbung ist, oder meiner Emailadresse wenn du mir mal was schicken willst, das spannender ist als die ganzen “Newsletter”, die ich nie bestellt habe!?
Denn wenn du jetzt auch noch Whatsapp benutzt, dann stehen trotz aller Verbundenheit zur allgemeinen social networking Allüre die Chancen nicht schlecht, dass ich dich auf Unterlassung verklage!

Baff oder Bahnhof? Das ganze gibts auch in verständlicher Paragraphenanalyse des BDSG auf medien-gerecht.de: Klick!

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Ein Kommentar zu “Was geht app mit Datenschutz?!”

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  1. Selbsthilfe für WhatsApper - tobes blog meinte:

    [...] durchaus wieder zum Nicht-Nutzer werden kann und den ignorant Gleichgültigen, der die Risiken billigend in Kauf nimmt, gar runterspielt, damit er sein erobertes Stück Bequemlichkeit nur ja [...]

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