Feb 11

paul riedel shopEs ist nicht alles heile in der Welt des Onlinehandels. Immer wieder denkt man sich: das wäre doch im Ladengeschäft vor Ort niemals so passiert. Warum? Weil die meisten Händler es sich gar nicht trauen würden, wenn der Kunde bei ihnen im Laden steht.
Im Internet ist alles einfacher, weil anonymer, unpersönlicher, distanzierter.
Das dachte sich wohl auch Paul R., “Versandpartner” von hitmeister, einer Verkaufsplattform, bei der ich Ende letzten Jahres hochpreisige Designerware aus Porzellan ergattert hatte. Nachdem mein ordnungsgemäß und nach ein paar Tagen nach Erhalt der Ware ausgesprochener Widerruf aufgrund Überforderung seitens hitmeister ohne Reaktion geblieben war, benachrichtigte ich ein paar Tage später den Versender der Ware direkt. Vielleicht könnte er mir die Details zur Abwicklung der Rücksendung erläutern – ein Retourschein war der Sendung nämlich nicht beigelegt.

Paul R. konnte man immerhin zugute halten, dass er stets bestrebt war, auf jede Mail innerhalb kürzester Zeit eine Antwort zu geben. Womit sein Streben nach Kundenorientierung allerdings auch schon ausgeschöpft war. Einreden wollte er mir dann plötzlich, dass mein Widerrufsrecht bereits erloschen sei. Er würde den Sachverhalt mit Hitmeister besprechen, da sei aber erfahrungsgemäß weniger Kulanz zu erwarten, als wenn ich in seinem eigenen “Paul Riedel Shop” direkt bestellt hätte. Und tatsächlich sollte hitmeister dann laut seiner Aussage eine Rücknahme verweigert haben, ebenfalls mit Verweis auf eine abgelaufene Widerrufsfrist.
Dass er sehr wohl die Ungültigkeit seiner Begründung verstanden hatte, illustrierten die absurden weiteren Argumente mit denen Paul R. sich vor seinen Pflichten im Rahmen des geschlossenen Fenrabsatzvertrages drücken wollte. Nachdem hitmeister dann auf meinen offiziell geöffneten Reklamationsfall erste Reaktionen zeigte, wollte der findige Rechtsverdreher seine Produkte auf einmal als zertifizierte Einzelanfertigung darstellen und mich als gewerblichen Großhändler. In beiden Fällen gelten überraschenderweise abweichende Widerrufsbedingungen.
Meine Hinweise auf sein rechtswidriges Geschäftsgebaren waren in Pauls Augen zudem so “unverschämt”, dass er schließlich jegliche Kommunikation mit mir komplett verweigerte und so kann ich vermutlich am Ende sogar noch froh sein, dass mein Einkauf über einen zwischengeschalteten, wenn auch überforderten Mittler wie Hitmeister gelaufen ist. Nach gut einem Monat bekam ich dort tatsächlich noch jemanden an die Hotlinestrippe und ein paar Tage später eine Mail mit einem Retourenschein für eine kostenlose Rücksendung.
Irgendwie bin ich mir sicher, hätte ich im “Paul Riedel Shop” direkt bestellt, dürfte ich mich noch heute mit der unverschämt dreisten Art dieses Händlers herumschlagen, der keine Möglichkeit ungenutzt ließ, sich vor einer Rücknahme zu drücken und mir als Käufer damit ein essenzielles Recht bei Distanzhandelsverträgen zu verweigern.
Und dass er so ein Verhalten an den Tag gelegt hätte, wenn ich bei ihm im – wahrscheinlich nicht vorhandenen – Ladengeschäft vor Ort gestanden hätte, kann dabei zu Recht bezweifelt werden…

Wenn dir der Artikel gefallen hat, abonniere den kostenlosen RSS-Feed von !
Stimme ab: 1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (Be the first!)
Loading ... Loading ...
1,787 views

Kommentieren