Sep 01

grundeinkommenWege entstehen, indem man sie geht. Und bevor man sie geht, muss man sie denken. Und dennoch gibt es viele, die einen für zumindest mittelmäßig geistesgestört erklären, wenn man ihnen von ganz bestimmten Wegen erzählt, die man für sich, für sie, für uns erdacht hat.
Die vorherrschende Gesellschaft ordnet gedanklich unglaubliche und daher als unausführbar erachtete Wege in das Konzept der “Utopie” ein. In erster Instanz – so schreibt die weltweit größte Online-Enzyklopädie – ist die Utopie vor allem aber der “Entwurf einer Gesellschaftsordnung, die nicht an zeitgenössische historisch-kulturelle Rahmenbedingungen gebunden ist”.

Die Idee des bedingungslosen Grundeinkommens wäre eine solche Fiktion, oder zumindest integraler Bestandteil einer insgesamten Utopie, die im Menschen mehr sieht, als die Objekte, auf die uns der heute vorherrschende, kapitalgetriebene Neoliberalismus reduziert. Verfechter selbigen Grundeinkommens vertreten die utopistische Hypothese, dass der Mensch nicht bloß auf der faulen Haut liegen würde, gäbe man ihm ein Einkommen, das ausreichte, um ihm gerade so über die Runden zu bringen. Vielleicht würde der Mensch ja auch erst sein volles Potenzial entfalten, wenn sein Einkommen nicht mehr von seiner Arbeit abhinge? Und die Arbeit nicht mehr an ein Einkommen gekoppelt wäre?

Wer weiss das schon genau, denn der Beweis ist freilich ausstehend. Genauso wie der Gegenbeweis. Und was wäre naheliegender, als endlich ein kontrolliertes Experiment zu starten, anstatt ständig um den heißen Brei zu reden und mit Bezug auf drauflosknüppelnde Neandertaler den Menschen als niederstes Untier am oberen Ende der Nahrungskette und am untersten Ende der Anstandslosigkeit zu psychologisieren?!

Michael Bohmeyer will es in die Tat umsetzen. Und hat dafür das Projekt “Mein Grundeinkommen” ins Leben gerufen. Seit 2. Juli sammelt er um ausgelosten Menschen ein Grundeinkommen zu ermöglichen: 12 Monate lang 1.000 Euro für… Nichts, Nada, Niente, Nothing, Rien, Nix! Und damit absolut bedingungslos.
Michael ein blauäugiger Spinner? Das Grundeinkommen eine unrealistische Utopie? Ganz ehrlich: Wir werden es nie herausfinden, wenn wir es nicht ausprobieren. Schließlich war die Realität von heute schon immer eine Utopie vor 50 Jahren.

Also jetzt mitmachen und mithelfen: Mit einer kleinen Spende und/oder über die Crowdbar.

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Ein Kommentar zu “Einkommen ohne Arbeit”

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  1. sunrose meinte:

    Es gab (oder gibt noch?) doch schon Projekte mit bedingungslosem Grundeinkommen, die sehr gut funktioniert haben. Das Projekt von dem ich gehört habe, lief aber wohl nicht in Europa, und dann kam das Argument, dass der Erfolg auf die verwöhnten Europäer nicht übertragbar wäre.
    Aber das entscheidende Problem ist wohl eher, dass es ja nicht erwünscht ist.

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