Nov 25

jetzt sollen also fakenews auf facebook den ausgang der usa-wahl beeinflusst haben! seriously? und wunderkind zuckerberg soll’s richten. ich bin beeindruckt – illustriert das nicht wieder eindrucksvoll, wie viel angst das establishment eigentlich vor dem internet hat?!
und man muss sagen: berechtigterweise.
das internet ist der einzig wirklich freiheitliche datenraum der welt. seine größte stärke: der freie fluss von informationen, frei und bedingungslos verfügbar für jeden, der am netz angeschlossen ist. was totalitäre regime davon halten, kann exemplarisch und topaktuell in der türkei beobachtet werden.

das internet ermöglicht den menschen, nicht nur sich über verschiedene quellen zu informieren, sondern eigentverantwortlich zu entscheiden, wem oder was sie glauben. sie sind frei, sich eine eigene meinung zu bilden, werden dadurch – zumindest theoretisch – zu frei denkenden individuen.
wer das verhindern will, dem bleibt nur eine möglichkeit: zensur.

und mit nichts anderem haben wir es zu tun, wenn google und facebook ihrer ankündigung tatsächlich taten folgen lassen. dann liegt es nicht mehr an uns zu entscheiden, was wir glauben und was nicht, sondern es wird für uns entschieden. die zwei größten multinationalen internetkonzernmonolopole entscheiden dann fortan ein ganz großes stückchen mehr darüber, was wir als wahrheit empfinden!

und wieder weiss ich nicht, was mich mehr beunruhigt: dass es da draußen von höchster stelle so offen und unverhohlen gefordert wird…, dass es jemand gibt, der auf diese forderung eingeht… oder, dass es denjenigen, die es am meisten betrifft, scheinbar komplett egal ist.

Jul 25

no news terror münchen 22.07.heute morgen einen Artikel über adblock plus bzw dessen Erschaffer gelesen. die Kölner Möglichmacher informationeller Selbstbestimmung werden jetzt tatsächlich vor Gericht gezerrt.
die Verlage argumentieren, dass ihr Recht auf Presse- und Meinungsfreiheit sich auch auf die Ausgestaltung der Inhalte erstrecke und dieses Interesse das Recht der informationellen Selbstbestimmung des Verbrauchers überwiege.
Essenz des Problems ist – wie der Artikel korrekt resümiert – dass niemand derzeit für Nachrichten zu zahlen bereit ist und zugleich niemand Werbung sehen möchte.

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Okt 18

hopfeninteressante gespräche brachte das wochenende. von einer die auszog, das leben zu lernen.
da bin ich noch im begriff irgendwie anzukommen, an diesem ort, in diesem neuen job, der mein leben bereichern soll. und begegne einer, die den ausstieg sucht. die für sich mit der arbeit irgendwie abgeschlossen hat. für die die arbeit ein lästiges, wenn auch notwendiges mittel zum zweck darstellt.

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Mai 08

Hachja, die Engländer waren uns schon immer ein paar Schritte voraus. So auch in Sachen Marketing. Erst mit Werbung nerven und dann damit werben, dass man nicht mehr nerven werde. So gefunden auf der Webseite von “The Phone Co-op“:

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Jan 25

wtf charlie je ne suis pas

digitales graffiti im kollektiv: nous sommes charlie? noch nie schien die welt so geeint. und das ist ja irgendwie auch mal schön. aber sind wir uns wirklich einig? bist du wirklich charlie? wissen wir wofür charlie hebdo steht? wissen wir, wozu wir uns da eigentlich bekennen?!
wie immer lohnt es sich – um nicht falsch verstanden zu werden – eingangs und eingehend zu betonen um: was in paris passiert ist, war grausam und kann mit nichts legitimiert werden. und umgekehrt: davon ausgehend, dass es sich wahrhaftig um einen terroranschlag handelte, ist nichts rührender und begeisternder als zu sehen, dass sie nicht nur mit dem ziel ihres terrors gescheitert wären, sondern in gewisser weise das genaue gegenteil bewirkt hätten. denn ironischerweise ist dieses attentat gleichzeitig die rettung für dieses zuletzt kriselnde satiremagazin, das wahrscheinlich ohnehin über kurz oder lang am bankrott zugrunde gegangen wäre.

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Okt 12

…unter dieser Nummer! Schönen Dank auch, Tchibo! Ich hätte es mir denken können. Vom Kafferöster zum Millionär? Das kann doch nicht klappen. Erst recht nicht, wenn man so weit geht, auch Reisen, Versicherungen und Mobilfunk in sein Vertriebsportfolio zu integrieren.

Aber für ein paar Monate hatten sie mich echt überzeugt. Weniger mit dem Preis zum “Tchibofonieren”, als mit einer monatlichen Kündigungsfrist. Die Freiheit stets so nah… aber vielleicht hätte ich da schon hellhörig werden sollen. Welcher Mobilfunkprovider lässt seine Kunden schon einfach wieder ziehen, wenn sie keine Lust mehr haben. Die gehören doch schließlich für mindestens zwei Jahre geknebelt oder am liebsten zu ein und denselben Konditionen bis in alle Ewigkeit gebunden.

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Feb 04

auspuff prollo männer potenzDa donnert es wieder. Man hört es von weitem. Wie es sich nähert in einer fast lückenlosen Kollone von Blech. Und man will sich nicht umsehen, denn man weiss, das ist es, was er will. Aufmerksamkeit. Und zweifelsohne ist es ein Er.
Keine Frau käme auf die Idee, auf einer dichtbefahrenen Hauptstraße derart auf’s Gaspedal zu latschen, als gäbe es eine gelbe Ampel zu überhuschen, die in Sekundenbruchteilen zu einem stillstanderzwingenden Rot überzugehen drohte.
Tatsächlich wartet da nur das Heck des Hintermanns, dem man aufgrund des Beschleunigungsmanövers nun ausweichlich ins Auspuffrohr kriechen muss. Dabei hätte er es doch viel lieber, wenn einem die anderen in den A…llerwertesten kriechen würden.
Dieser akustische Erguss projezierter Wunschpotenz mit zwangsläufig folgender Ausbremsung hat das Erruptive eines Coitus interruptus und vermutlich eint den im Wunschdenken potenzaustrahlender Statussymbole gefangenen Verursacher und diese Szene misslungener Befruchtung genau jener Aspekt des Versagens, den er alternativlos zu kompensieren sucht, in dem er sich für unfassbar viel, dafür selten wohlverdientes Geld einen endrohrträchtigen M3, RS7, Cayenne Turbo S oder Konsorten gekauft hat um zumindest für den Bruchteil einer Sekunde, in just jenem Moment, in dem er das Gaspedal mit völlig überflüssiger Vehemenz berührt, das Gefühl zu haben, dass er ein in seinem überfähigen Sein und Tun in der Hand hat, die Individuen in seinem Umfeld in fruchtbare Bewunderung oder konkurrenzverdrängenden Neid zu versetzen.

Jan 25

kaufe offline lokalMr. Online kommt ins Grübeln. Die ganze Kritik in seinem Kopf. Kritik an diesem Schweinesystem. Genährt über Jahre Dank einer Sache. Büchern. Bücher, die er meist bei Amazon bestellte. Völlig ohne nachzudenken. Was war schon dabei. Es war bequem. Es war transparent, kundenorientiert, preiswert. Und es war vor allem eines… schnell. Heute kann er es nicht mehr mit seinem Gewissen vereinbaren. Nach allem, was über die Sklavenhaltung bekannt wurde. Und es ist naheliegend, dass Amazon kein schwarzes Schaf unter weißen ist. Im Grunde haben sie alle Dreck am stecken. Das ist Globalisierung. Das ist das Schweinesystem.
Deswegen denkt Mr. Online heute wieder mehr lokal. Und damit tendenziell auch immer mehr offline.
Heute hat Mr. Online ein Buch bestellt, das er bis Montag brauchte. In einem Buchladen vor Ort, der es nicht da hatte. Er bestellt es heute irgendwann mittags. Und das Tracking verriet ihm am Abend, dass es ausgeliefert sei. Schneller als Amazon, schneller als alle Preisdrücker online. F*ck Amazon Prime! F*ck the System!
Mr. Online geht offline…

Dez 06

was passiert mit facebook datenSocial Media war gestern. Treffender kann man es nicht auf den Punkt bringen. Danke für die klaren Worte, Mr. Woods! Der Deutschland-Chef von Facebook demonstriert im Interview mit derhandel.de, dass er begriffen hat worum es wirklich geht: sich nackig zu machen. Einen neuen, besseren, also passenderen Begriff hat er noch nicht vorgeschlagen, aber wie wäre es denn mit “Intimate Media”?!
Und wer hat sich überhaupt ursprünglich mal diesen Begriff “Social Media” aus dem verbrannten Hirn gesogen? “Sozial” vom lateinischen “socialis” abgeleitet bedeutet natürlich im weitesten Sinne “gesellschaftlich”, was umgangsprachlich meist im Sinne von “Interesse an und Sympathie mit anderen” ausgelegt wird. Tatsächlich beinhaltet “sozial zu sein” aber eine starke altruistische Komponente, die das reine Interesse bis zur Fürsorglichkeit ausdehnt und sogar uneigennützige also gemeinnützige Taten produziert.

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Nov 21

Es war einmal ein Mann, der fürchtete sich vor seinem Schatten und hasste seine Fußspuren. Und um beiden zu entgehen, ergriff er die Flucht. Aber je öfter er den Fuß hob, um so häufiger ließ er Spuren zurück. Und so schnell er auch lief, löste sich der Schatten nicht von seinem Körper. Da wähnte er, er säume noch zu sehr; begann schneller zu laufen, ohne Rast, bis seine Kraft erschöpft war und er starb.
Er hatte nicht gewusst, dass er nur an einem schattigen Ort zu weilen brauchte, um seinen Schatten los zu sein. Dass er sich nur ruhig zu verhalten brauchte, um keine Fußspuren zu hinterlassen.

~ aus “Die drei Sprünge des Wang-lun” von Alfred Döblin