Jan 25

wtf charlie je ne suis pas

digitales graffiti im kollektiv: nous sommes charlie? noch nie schien die welt so geeint. und das ist ja irgendwie auch mal schön. aber sind wir uns wirklich einig? bist du wirklich charlie? wissen wir wofür charlie hebdo steht? wissen wir, wozu wir uns da eigentlich bekennen?!
wie immer lohnt es sich – um nicht falsch verstanden zu werden – eingangs und eingehend zu betonen um: was in paris passiert ist, war grausam und kann mit nichts legitimiert werden. und umgekehrt: davon ausgehend, dass es sich wahrhaftig um einen terroranschlag handelte, ist nichts rührender und begeisternder als zu sehen, dass sie nicht nur mit dem ziel ihres terrors gescheitert wären, sondern in gewisser weise das genaue gegenteil bewirkt hätten. denn ironischerweise ist dieses attentat gleichzeitig die rettung für dieses zuletzt kriselnde satiremagazin, das wahrscheinlich ohnehin über kurz oder lang am bankrott zugrunde gegangen wäre.

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Okt 12

…unter dieser Nummer! Schönen Dank auch, Tchibo! Ich hätte es mir denken können. Vom Kafferöster zum Millionär? Das kann doch nicht klappen. Erst recht nicht, wenn man so weit geht, auch Reisen, Versicherungen und Mobilfunk in sein Vertriebsportfolio zu integrieren.

Aber für ein paar Monate hatten sie mich echt überzeugt. Weniger mit dem Preis zum “Tchibofonieren”, als mit einer monatlichen Kündigungsfrist. Die Freiheit stets so nah… aber vielleicht hätte ich da schon hellhörig werden sollen. Welcher Mobilfunkprovider lässt seine Kunden schon einfach wieder ziehen, wenn sie keine Lust mehr haben. Die gehören doch schließlich für mindestens zwei Jahre geknebelt oder am liebsten zu ein und denselben Konditionen bis in alle Ewigkeit gebunden.

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Sep 01

grundeinkommenWege entstehen, indem man sie geht. Und bevor man sie geht, muss man sie denken. Und dennoch gibt es viele, die einen für zumindest mittelmäßig geistesgestört erklären, wenn man ihnen von ganz bestimmten Wegen erzählt, die man für sich, für sie, für uns erdacht hat.
Die vorherrschende Gesellschaft ordnet gedanklich unglaubliche und daher als unausführbar erachtete Wege in das Konzept der “Utopie” ein. In erster Instanz – so schreibt die weltweit größte Online-Enzyklopädie – ist die Utopie vor allem aber der “Entwurf einer Gesellschaftsordnung, die nicht an zeitgenössische historisch-kulturelle Rahmenbedingungen gebunden ist”.

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Dez 06

was passiert mit facebook datenSocial Media war gestern. Treffender kann man es nicht auf den Punkt bringen. Danke für die klaren Worte, Mr. Woods! Der Deutschland-Chef von Facebook demonstriert im Interview mit derhandel.de, dass er begriffen hat worum es wirklich geht: sich nackig zu machen. Einen neuen, besseren, also passenderen Begriff hat er noch nicht vorgeschlagen, aber wie wäre es denn mit “Intimate Media”?!
Und wer hat sich überhaupt ursprünglich mal diesen Begriff “Social Media” aus dem verbrannten Hirn gesogen? “Sozial” vom lateinischen “socialis” abgeleitet bedeutet natürlich im weitesten Sinne “gesellschaftlich”, was umgangsprachlich meist im Sinne von “Interesse an und Sympathie mit anderen” ausgelegt wird. Tatsächlich beinhaltet “sozial zu sein” aber eine starke altruistische Komponente, die das reine Interesse bis zur Fürsorglichkeit ausdehnt und sogar uneigennützige also gemeinnützige Taten produziert.

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Okt 09

restaurant kritik test pungshaus hilden fachwerkAnfang der Woche zum ersten mal im Pungshaus gewesen. Was für ein Ambiente! Das alte Fachwerkhaus ist innen aufwendig im Bauernhausstil eingerichtet. Die Raumelemente sind zwar nicht immer echt, aber mit Liebe für’s Detail integriert, das gemütliche Gesamtbild stimmig und authentisch.
Neben einer bescheidenen Auswahl an Speisen á la carte gab es drei 4- bis 6-gängige Menüs, eines davon teilweise selbst konfigurierbar, das andere eine komplette Überraschung. Besonders lecker lasen sich zudem die wechselnen Gerichte von der Kreidetafel, auf die wir leider erst nach der Bestellung aufmerksam wurden. Die Speisen waren erstklassig, Fleisch und Fisch auf den Punkt gegart und zu allem gab es Gemüse statt Salat.

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Jun 01

bayern münchen dfb pokal spiel kommentarWe just can’t get enough. So schreit es das Banner, das die Bayern Fans in der Tribüne im Berliner Stadion in die Kamera halten. Und für einen Moment denke ich, es geht gar nicht um Fußball, so stellvertretend dieser Satz für das Credo einer ganzen Gesellschaft. Immer geht es um Mehr – mehr haben, mehr wollen, mehr verdienen. Nichts ist nie genug.
Wir können einfach nicht genug kriegen? In einer übersättigten Gesellschaft schallt dieser Satz wie die zynische Selbsterkenntnis über die eigene Unersättlichkeit, die sich in so vielfältiger Weise in allen Lebenslagen manifestiert. Höher, schneller, weiter… und vor allem: Ich über allem. Die Kämpfe, die wir dabei ausfechten, sind alltäglich. Und als Vorbilder gelten Steuerhinterzieher, wie Uli Hoeneß, die trotz ihrer Verbrechen im Namen des superlativen Eigennutzes gefeiert werden, wie Volkshelden.
Was, es geht nur um Fußball? Verdammt, dann überbewerte ich das alles wahrscheinlich einfach nur. Ja ich weiss, der dritte Pokal in der Reihe, den Tripple. Ein fußballerisch ungeahnt historisches Ereignis.
Ich sehe schon jetzt, die Geschichtsbücher werden vermutlich ganze Kapitel diesem Highlight widmen, so sehr wird es die Welt verändern. Wie heuchlerisch von mir, da irgendetwas anderes drin lesen zu wollen… also dann: Well done, FCB!

Mai 09

rauchverbot 2013Man nimmt es kaum wahr, aber es hat sich was verändert. Wie widersinnig würde es auch sein, vermisste man das, was einen stört, in dem Moment, da es nicht mehr da ist. Es ist der Rauch, der auf einmal weg ist und uns in hiesigen Restaurants und Clubs wieder tief durchatmen lässt. Und auch die Natur frohlockt vermutlich: keine unnötigen Waschvorgänge verrauchter Klamotten mehr in der Abwasserbilanz.
Und mir als überzeugtem Gelegenheitsraucher bleibt nur eines zu sagen: Danke! Danke für dieses überfällige Verbot der interhumanen Umweltverpestung!

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Mrz 02

tod den abmahnanwältenMir steigt die Wut schon wieder bitter hoch wie Magensäure bei Sodbrennen. Diese wiederkehrenden Bettelschreiben sind lästiger als jede Mückenpest im Hochsommer. Und Mücken haben wenigstens eine natürlich legitimierte Daseinsberechtigung. Die für diesen Briefkastensondermüll verantwortlichen, analfixiert parasitären Karriereluftnummern sind nicht nur überflüssig wie Dünsschiss sondern zudem auch noch schädlicher als Klimawandel.

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Feb 11

paul riedel shopEs ist nicht alles heile in der Welt des Onlinehandels. Immer wieder denkt man sich: das wäre doch im Ladengeschäft vor Ort niemals so passiert. Warum? Weil die meisten Händler es sich gar nicht trauen würden, wenn der Kunde bei ihnen im Laden steht.
Im Internet ist alles einfacher, weil anonymer, unpersönlicher, distanzierter.
Das dachte sich wohl auch Paul R., “Versandpartner” von hitmeister, einer Verkaufsplattform, bei der ich Ende letzten Jahres hochpreisige Designerware aus Porzellan ergattert hatte. Nachdem mein ordnungsgemäß und nach ein paar Tagen nach Erhalt der Ware ausgesprochener Widerruf aufgrund Überforderung seitens hitmeister ohne Reaktion geblieben war, benachrichtigte ich ein paar Tage später den Versender der Ware direkt. Vielleicht könnte er mir die Details zur Abwicklung der Rücksendung erläutern – ein Retourschein war der Sendung nämlich nicht beigelegt.

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Dez 12

salafisten terror bahnhofAls neuerlicher Probeabonnent der taz – mit Bezugsbeginn am letzten Montag – war ich irgendwie schon ein wenig gespannt, ob und wie das nicht selten als echte Alternative zu Mainstream-Zeitungen umworbene Blatt sich zu dem Bonner Bomben-Alarm äußeren würde. Im Internet überboten sich die Gazetten ja bereits Montagabend im gegenseitigen Kopieren ihrer Spekulationen. Erst am heutigen Mittwoch fand das Thema dann Erwähnung in der taz, was schonmal gründlichere Recherchen statt blindem Copy-Paste Journalismus nahelegte. Ein wenig entäuscht war ich dann aber doch: Nicht nur hatte es entsprechender Artikel bis auf die Titelseite geschafft, sondern zugleich auch völlig zu Unrecht. Viel zu dünn, aus meiner Sicht, die bis Redaktionsschluss gestern präsentierbare Faktenlage, die hinter dem Ereignis ohne konkrete Beweise bereits ein missglücktes Attentat radikalislamischer Gläubiger, kurz “Dschihadisten”, suggerierte.

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