Überall wird gejammert, wie schlimm und überhaupt. Berechtigt. Aber sind wir es nicht selber schuld? Aus der Ferne und von oben betrachtet sieht es so aus, als ob das Immunsystem der Natur beginnt, gegen das Virus Mensch vorzugehen: Vorher-Nachherbilder aus dem All über der Japanküste
Auch dieses Mal kann ich nur beeindruckt den Hut ziehen. David & Götz haben am vergangenen Freitag wieder eine Show hingelegt, die ihresgleichen sucht. Was die beiden an zwei Flügeln zaubern, Götz mit der gewohnten, stillen Souveränität und David - diesmal ohne gesundheitliche Einschränkungen - als quasikabarettistischer Programmmoderator, macht Spaß, weil es sich technisch auf höchstem Niveau und doch gleichzeitig zugänglich weil publikumsnah abspielt.
Erneut wurden wir mitgenommen auf eine kleine Reise durch die Musikgeschichte. Und bei der Frische und Vitalität, mit der die Show aufgezogen war, tat ich mir schwer, Überschneidungen zum letzten Programm der Showpianisten hier in Langenfeld im Jahre 2009 aufzutun.
Was auch nicht weiter schlimm gewesen wäre, da sich die Zuschauerschaft im Vergleich bestimmt verdreifacht hatte. Für einen Moment war mir sogar so, als habe unter den vielen neuen Gesichtern auch zugleich der Anteil jüngerer Menschen zugenommen.
Der Wecker hatte versagt und ein Kater ließ grüßen. Dass ich neulich nicht den halben Bürotag verschlief, verdankte ich einem seltsamen Geräusch, das so klang als würde sich ein Heißluftballon durch unsere Siedlung schiffen. Ein Blick auf die Straße brachte Klarheit. Draußen waren zwei Herren von der Verkehrsbehörde für Straßenmalerei. Sie wollten vor der gegenüberliegenden Schule die sicherheitsgewährleistenden Straßenmarkierungen erneuern. Dass es in der Nacht geregnet hatte, störte die beiden Pinselhelden hierbei wenig. Sicherheit geht doch immer vor… zu jeder Zeit und um jedem Preis. Und wenn wir dafür die Flammenwerfer auspacken müssen:
…oder hetzt du schon? Ein elektronischer Kettenbrief schneite gestern in meine Mailbox. Er handelt von den Echauffierungen einer beherzten Patriotin über das Verbot an Stuttgarter Schulen die Grußfloskel “Grüß Gott” zu verwenden. Aus Rücksicht gegenüber unseren muslimischen Mitschülern. Dass man sich irgendwo heutzutage noch mit steifen Traditionsfloskeln wie “Grüß Gott” begrüßt, kann man sich ja so gerade noch vorstellen. Aber spätestens die Behauptung, dass es in Stuttgart Volksschulen gibt, die benanntes Verbot ausgesprochen haben könnten, sollten selbst die Gutgläubigsten unter den Hoax-Opfern zum Stutzen bringen. Ganz einfach, deshalb weil Volksschulen in Deutschland schon in den 70ern flächendeckend abgeschafft waren.
» Weiterlesen »
Ich weiß noch, wie viele Wochen Spaß ich mit dem Buch hatte. Nun wurde Ken Follets Riesenwälzer tatsächlich verfilmt. Als TV-Serie. Alles andere wäre auch naiv. Denn wer glaubt die Handlung von Die Säulen der Erde in weniger als drei Stunden unterbringen zu können, der glaubt wohl auch die Erde sei tatsächlich eine Scheibe mit ein paar Säulen drunter. Erklären kann ich mir dennoch nicht, warum man daraus nur eine Mini-Serie gemacht hat. Wie wenig hier selbst acht Folgen ausreichen, merkt wer sich nun die ersten paar Teile der in USA angelaufenenen Serie angeschaut hat. Aus deutscher Kasse finanziert und in Österreich und Ungarn gedreht, beeindruckt der Streifen vor allem durch eines:
Was für eine Glanzleistung des deutschen Journalismus’. Immer auf der Suche nach der Wahrheit. Man höre und staune: in einer Gesellschaft, in der jeder nur zu sehr mit sich selbst beschäftigt ist und lieber wegschaut, wenn andere ein paar auf’s Maul kriegen, ist die Wahrheit meist gar nicht so einfach zu finden. Und so kam es, dass 2009 unisono alle Zeitungen, Magazine und Newsseiten einen Helden priesen, wie es ihn lange nicht mehr gegeben hatte: Dominik Brunner.
Heute mittag bei Funkhaus Europa gab’s ein Interview mit einem (oder dem?) König von Ghana. Beindruckend fand ich weniger, wie er mit gemütlichem Temprament hinnahm, dass die Moderatorin über seinen, für westliche Verhältnisse langen Namen witzelte, als der Kommentar, der auf die Frage kam, wie er und seine deutsche Frau denn heute untereinander die landesbezogene Solidaritätsfrage hinsichtlich des Siegerfavoriten für das Deutschland:Ghana-Spiel geklärt hätten. Nämlich gar nicht. Man sei für ein entschiedenes Unentschieden und dafür, dass Deutschland und Ghana im großen Finale ein Wiedersehen feiern, in dem Deutschland dann gewinnt. Wieso Deutschland? Fragte die Moderatorin. Nun, sie sind doch so scharf drauf, sagte der König. Und wenn jemand etwas will, dann soll man es ihm geben. Wenn er dann zufriedener ist, ist Ghana auch zufrieden.
Was für eine Handlungsphilosophie! Und soviel zum Thema der Zivilisationsarroganz, die einem auf den Straßen Deutschlands heutzutage begegnet - genauso wie übrigens mir heute ein zum Public-Viewing strebender Deutscher nach Feierabend, der hörbar angetrunken seinen Kumpels zurief: Ey, wenn Deutschlaaaand heute nich gewinnt, dann rast’ isch aus, Alter!!!
…sollte zum Arzt gehen. Und was ist mit Eurovisionen? Das diesjährige Ergebnis zeigt einmal mehr, was mit subtiler Medienpropaganda geschicktem Marketing so alles möglich ist: Europa im Lena-Hype. Nein, sie kann weder gut singen noch gut tanzen und es wurden weiß gott eine Menge besserer Tunes in Oslo präsentiert. Aber Lenas Satellit hat eben Ohrwurmpotenzial und hypte ja schon vor dem Contest mächtig durch internationale Chartlisten… Das beste Beispiel, wie wenig Mainstream-Geschmacksverirrungen mit Qualität zu tun haben…
- …Meinungsbildner
- …verblödete Schreiber
- …selbstbewusste Einzelgänger, die allergisch auf jede Form der Fremdbestimmung reagieren
- …wie Pitbulls
- …eine der größten Gefahren im Netz
- …rechtlich nicht besonders gefährdet
- …scheisse
- …die natürlichen Außenseiter
- …Individualisten
- …keine Journalisten
- …gekauft
- …kritikfähig
Sie ist furchtbar nett. Und sieht dazu noch gut aus. Man kann wunderbar mit ihr diskutieren… und wenn man mal nicht einer Meinung ist, nimmt sie es nicht persönlich und mir auch nicht übel. Sie kümmert sich rührend um meine Wohnung. Und putzt immer genau dann, wenn ich nicht zuhause bin. Sie kocht wenn sie Lust hat, und dann auch immer gleich für mich mit. Und wenn nicht, sorgt sie dennoch dafür, dass man immer etwas im Kühlschrank findet - gegen den kleinen Hunger zwischendurch. Jeden Abend wartet sie auf mich. Schläft nicht eher ein, bis sie meinen Schlüssel im Schloss hört. Und das ist spät manchmal. Und wenn ich dann erschöpft neben ihr ins Bett falle, beugt sie sich rüber und säuselt mir in’s Ohr: Brauchst du noch was, Großer?
Dafür darf sie bei mir wohnen. Und manchmal führe ich sie aus. Wenn es keine Partnerin ist, ist es eine Nutte?

Letzten Kommentare