Jan 17

glasperlenspiel faredsMusiker sein, das ist schon ein hartes Los heutzutage… fast so schwer wie Anwalt. Gibt’s ja schließlich beides zuhauf, das eine unliebsamer als das andere. Doppelt schlimm wird’s wenn die beiden im Suff dann auch noch zusammenfinden um ihre hochtrabenden Geistesblitze in einem perfiden Joint-Venture zu kanalisieren. Das Ergebnis darf man dann aus geschätzten 30 Millionen Briefkästen Deutschlands rauspuhlen: Abmahnungen vom Fließband. Schade nur, dass Abmahnfabriken nicht einmal wirklich Arbeitsplätze schaffen, sonst gäbe es wenigstens noch eine gute Seite an der Geschichte.

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Mai 13

Freitag der 13.? Ich persönlich bin ja gut aus dem Bett, auf die Straße und zur Arbeit gekommen. Überhaupt was soll der Aberglaube?! Es gibt keine schlechten Tage, es gibt nur schöne Tage und weniger schöne Tage. Und das egal ob Freitag der 13. ist.
Für Rolf Schälike ist heute einer dieser weniger schönen Tage. Ein Mann, den ich für sein Rückgrat bewundere und der heute mittag für fünf Tage hinter Gitter wandert. Weswegen? Weil er sich weigert, 500 Euro Bußgeld zu zahlen. Nicht, dass er keine 500 Euro entbehren könnte, aber es geht um’s Prinzip. Und für Schälike damit um Protest. » Weiterlesen »

Mai 09

Man könnte meinen, so langsam müssten sich die Wogen um den Binladen Tod glätten. Aber Tag für Tag bekommen wir neue Versionen aus Übersee zum Ablauf des Mordsgeschehens. Verifizieren kann die leider keiner, weil die tollen Kameras, die die Navy-Seals an ihren Helmen trugen, alle ganz plötzlich in den entscheidenden Minuten ausgefallen sind.
Erschwerend kommt hinzu, dass der Tatort verbrannt und die Leiche ein paar Stunden später im Meer versenkt wurde. Jaja, ich weiß - der Islam gebietet eine Bestattung innerhalb von 24 Stunden. Dass man vermeintliche Verbrecher, die sich nicht wehren, mit gezieltem Kopfschuss liquidieren soll, steht dann wohl auch im Koran. In der Bibel jedenfalls nicht. Weshalb es mich mehr als schockierte, zu hören, dass sich unsere Angie über die selbstjustiziale Hinrichtung sogar freute. Uneingeschränkt unterschreiben, kann ich daher die Strafanzeige wegen “Billigung von Straftaten”, die ein Hamburger Anwalt nun gegen die Kanzlerin erstattete.
Wie die USA die Angelegenheit angepackt haben, überrascht mich ja zugegebenermaßen wenig, doch zumindest von Deutschlands Staatsoberhaupt hätte ich eine Distanzierung erwartet. Rechtsstaatliche Menschenrechtstreue hin oder her, offenbar wissen auch christlich orientierte Parteien heutzutage doch noch zu überraschen.
Bleibt nur zu hoffen, dass CDU/CSU nicht zukünftig die Wiedereinführung der Todesstrafe in ihr Parteiprogramm aufnimmt…

Mai 06

Man kann sie yiggen, diggen, sharen und allerorts bookmarken: die Artikel aus der Onlinepresse des Axel Springer Verlags. Aber wehe, man zitiert. Das ist spätestens seit Googleberg total unerwünscht, selbst wenn man es entsprechend kennzeichnet und auf die Quelle verweist. Klingt komisch, iss aber so. Deswegen will der Verlag nun vom eCommerce-Blog “Exciting Commerce” Schadenersatz. Für den Fall, dass das Blog in Zukunft weiterhin Inhalte zitieren möchte, ist man gerne bereit, ihm ein Lizensierungsangebot zu machen.
Amüsante Idee, dass wir in Zukunft auch noch für die Besucher zahlen sollen, die wir bild.de welt.de & Co schenken. Verständlich, dass exciting commerce dankend ablehnt.

Mai 05

Der Werbespot war ja noch ganz kess. Aber sonst wär es ja auch kein Werbespot. Heute lese ich im Ticker des Bundesamts für Statistik. Die Ankündigung für die große Haushaltsbefragung. Vor lauter Aufmerksamkeit für Mutternatur sind mir die Fehltritte von Vaterstaat offenbar durch die Lappen gegangen. Zensus 2011? 7,9 Mio Haushalte zufällig ausgewählt? Auskunftspflicht? Personenbezogene Daten? » Weiterlesen »

Feb 23

…mit Dank an Radio FFN

Aug 04

Was iss eigentlich aus diesem Politiker geworden, der einmal sagte, die Steuerklärung solle so einfach werden, dass ein jeder Mann sie auf einem Bierdeckel durchführen kann?!
Wie dem auch sei, zum ersten Mal wage ich mich dieses Jahr allein an meine Steuererklärung. Wie gerne ich das tue, zeigt die Tatsache von welcher Steuerklärung wir reden. Nämlich der für das Jahr 2008. Und die Erfahrung wird zeigen, ob ich das Ganze dann ab dem nächsten Jahr nicht doch besser wieder an andere abtrete.
Jedenfalls habe ich mir zwecks Linderung des Leids Sekundärliteratur samt Software besorgt. Der dicke Konz soll mir helfen, die Sache möglichst effizient über die Bühne zu bringen, was ich aber irgendwie überlesen haben musste, war der Untertitel: 1.000 ganz legale Steuertricks.

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Jul 29

Ach, was freu ich mich. Traut man den Indikatoren im aktuellen Netzgezwitscher, dürfte Auktionsbastard Swoopo - vor Gericht besser bekannt als Telebid - früher als erwartet dasselbe Schicksal ereilen, das Luupo bereits hinter sich hat: das Verbot wegen Verstoß gegen den staatlichen Glückspielvertrag. Was auf gut Deutsch soviel heißt wie: Illegales Glücksspiel!
Wie man in den Kommentaren auf deutsche Startups lesen kann, ist auch Luupo-Geschäftsführer Jens Jäger davon überzeugt, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis weitere deutsche Anbieter am Markt durch die geltende Rechtslage zu Fall gebracht werden.
Das scheint man nun offenbar auch im Hause Swoopo so langsam gerallt zu haben. Würde die mittlerweile verdächtig erscheinende Fluktuation der Mitarbeiter zumindest erklären: Erst quittierte ein Geschäftsführer nach dem anderen den Dienst, dann folgten weitere Führungskräfte und nun verabschiedet sich auch noch der Kopf der Finanzen.

Die letzten Flüchtlinge vom sinkenden Schiff? Nachdem der Schuppen in Korea bereits wieder dicht machen musste, stellt Gründerszene nun kurz und prägnant fünf Gründe vor, warum es mit Swoopo vielleicht schon bald bald komplett vorbei ist: Klick!

Jul 21

Immer wieder werden Geschäftsführer von Swoopo, Luupo und Co in Interviews gefragt, ob sie da mit ihrem selbsternannten Entertainment Shopping nicht in Wahrheit Glücksspiel betreiben. Aber selbst wenn sich eine Gruppe Anonymer Luupoholiker in aller Öffentlichkeit outete, Realitätsverblender, die mit derartigen Geschäftsideen Geld machen wollen, würden stets und immer wieder aufs Neue und im festen Brustton schandhafter Überzeugung betonen: NEIN, wir betreiben kein Glücksspiel - alles legal, sogar der TÜV war da!
Was der Freistaat Bayern davon hält, macht ein überfälliges Gerichtsurteil deutlich, das Luupo nun postwendend den Betrieb untersagt. Nur eine Frage der Zeit, wann Swoopo folgt. Als Quasi-Initiator dieser Masche am Markt müsste der Münchener Anbieter eigentlich schon lange auf der Abschussliste stehen. Aber wer weiß schon, welche Ebenen der Regionalpolitik hier schon korrumpiert wurden - ihr kennt das ja mit den mafiaziösen Machenschaften der Casino-Branche…

Jul 13

Rechtsvorlesungen in der Uni damals erinnerten mich immer ein wenig an Deutschunterricht in der Oberstufe. Alles eine Frage der Interpretation. Ein Wurmsatz jagt den anderen und keine fünf Worte folgen aufeinander ohne dass nicht auf einen anderen Paragraphen verwiesen wird. Dazu noch höchst prosaisch anmutende Begriffe, die jeden rational denkenden Menschen vor lauter Interpretationsmöglichkeiten in den analytischen Wahnsinn treiben. Aber nun ist der erste Schritt zur Besserung eingeläutet. Die Richter, also Juristen (!) des OLG Oldenburg haben eingesehen: Das Gesetz die Verordnung der Winterreifenpflicht ist nicht verständlich genug formuliert. Sie erklärten sie im selben Zuge für unwirksam.
Oh, welch gänzlich neue Verteidigungsmöglichkeiten sich da auftun…