Jun 20

Neulich in der Tankstelle lief im Hintergrund das Radio. Der Typ vor mir an der Kasse fing plötzlich an zu lachen, als er die Scheine für seine Kippen über den Thresen schob. Die Verkäuferin schaute ihn fragend an. Er nickte Richtung Lautsprecher, schüttelte dann lachend den Kopf bevor er den Laden verließ. Die Lauscher nun selber konzentriert aufgespannt, erkannte ich was ihn belustigt hatte. Was auf den ersten Hörer klang wie Deutschlands Eurovision Hit, war in Wirklichkeit eine Parodie desselben. Mit einem cleveren, spaßigen Text passend zum WM-Fieber, möchte man glatt sagen, besser als das Original: Schland ooohooo Schland!

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Apr 21

Eigentlich wollte ich gerade über das BILDblog schreiben. Doch im Nachhinein überlegt ist die dort eingegangene Abmahnung eigentlich kaum der Rede wert im Vergleich zu dem was anderorts wieder für Schindluder getrieben wird. Aber weil ich ohne Niggemeiers und Heinsers Blog vermutlich gar nicht erst auf diesen anderen Fall aufmerksam geworden wäre, sei hierzu nur kurz erwähnt, dass der Verlag hinter Deutschlands größter Boulevardzeitung, die Axel Springer AG gegen das BILDBlog vorgeht. Drei Abmahnungen gab’s für irgendwas im Zusammenhang mit einer Rüge, die der Springer Auftritt “Welt online” vom Deutschen Presserat wegen eines Schleichwerbeartikels kassiert hatte. So wirklich nachvollziehbar ist das Ganze nicht. Aber das kennt man ja von vergleichbaren Fällen kleinkarierten Abmahnwahnsinns.
Da wird gestritten, wer wann was genau eingesehen und eingestanden und wer darüber wann und wo genau Bericht erstattet haben soll. Und BILDblog, die die abgemahnte Berichterstattung bereits korrigiert hat, bevor die Abmahnungen eintrudeln konnten, soll natürlich die branchenüblich bescheidenen Anwaltkosten der Streitanstifter zahlen. Mehr Infos gibt es hier zu lesen. Wer will kann auch spenden. Allerdings hätte ich da jetzt noch den brisanteren Fall, dessen Opfer eine kleine Finanzspritze vermutlich besser gebrauchen kann, als die Autoren von Deutschlands meistbesuchtestem Weblog.

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Mrz 09

Egal ob nun eine naive Hegemann, der ihr Versäumnis offiziell ja schrecklich leid tut oder ein pragmatisch lässiger Frank Schätzing, in dessen Augen das Ganze ja völlig normal sei - die Botschaft ist dieselbe. Plagiaterie ist salonfähig. Zumindest, wenn man sie sich leisten kann. Dass bei derselben Angelegenheit in Grün - namentlich Filesharer, die ihren nächsten Lieblingssong als Mp3 ziehen - haufenweise Existenzen in den Ruin geklagt werden, ist doch unwesentlich.
Aber gut - die können es sich ja auch nicht leisten. Vielleicht sollten sie sich einfach ein Beispiel an der Literaturindustrie nehmen und das tun, was die Gesetzgebung so scheinheilig zu verhindern sucht: das zu Geld machen!

Jan 20

Dass die meisten hier im Lande im irrsinnigen Unglauben leben, wir hätten den Nationalsozialismus mit seiner puristischen Rassenverachtung längst hinter uns gelassen, hängt nicht unwesentlich damit zusammen, dass Diskriminierung heute wesentlich subtiler und damit auch subversiver stattfindet. Nicht so in diesem Fall, bei dem sich neben einem Immobilienverwalter auch das Landgericht Aachen bis auf die arischen Knochen blamiert.

Okt 11

Seit meinem Umzug Kunde bei UnityMedia, habe ich mir heute erstmals einen meiner EVNs genauer angeschaut. Stutzig gemacht hat mich ein Posten im August, wo ich von meinem UnityMedia-Anschluss auf mein Handy telefoniert haben soll. Bei aller Phantasie kann ich mir gerade nicht vorstellen, warum ich so etwas tun sollte. Erinnern kann ich mich nur, zwischenzeitlich den Heim-Anschluss mittels Anklingeln auf dem Handy getestet zu haben. Dass es sich um richtige Telefonate gehandelt hat wird ferner durch eine angeblich kurze Verbindungszeit von einmal einer und einmal vier Sekunden widerlegt:

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Jun 18

Wenn man beim abendlichen Zappen über unsinnbabbelnde Ex-BB-Bewohner oder leichtbekleidete Modelcasting-Abfälle stolpert, die einen mit den plumpesten Maschen dazu bewegen wollen, bei unlösbaren Quiz- und Rätsel-Spielchen ‘nen halben Euro dafür auszugeben, dass man an der kostenpflichtigen Hotline mit seiner ohnehin falschen Lösung gar nicht erst durchgestellt wird, dann reden wir von den “einigen Gewinnspielsendungen“, die laut überfälliger Erkenntnis der Landesmedienaufsicht gegen geltende Verbraucher- und Jugendschutzgesetze verstoßen. Wie schön, dass man endlich einschreitet. Und nachdem Privatsender demnächst massiv zur Bußgeld-Kasse gebeten werden, setzt man sich dann wahrscheinlich so um 2020 rum auch mit den Anbietern ähnlicher Maschen im Internet auseinander. Aber dafür muss der Medienaufsicht wahrscheinlich erst einmal jemand verklickern, dass das Internet ja auch ein Medium ist…
Vielleicht mal wieder Zeit für einen neuen Artikel über mein persönliches Sorgenkind Swoopo, oder was meint ihr?

Jun 26

Zunehmende Lauschangriffe durch die Ermittlungsbehörden, jahrelange Überwachung deutscher Bundesbürger durch Industriemonopole. Kein Wunder, dass die Hälfte der Deutschen Vertrauliches bereits nicht mehr am Telefon beredet. Welcher Arbeitnehmer genau wieviel verdient, will man ab demnächst in einer datenschutzwidrigen zentralen Großdatenbank ohne echte Verschlüsselung festhalten. Wo will Deutschland hin?!

Jun 21

Auch die ganz Großen müssen ab und an klein beigeben. Wenigstens nimmt man bei Google den Entzug des Namensnutzungsrechts für Gmail Deutschland nicht ohne eine Prise trockenen Humors:

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Jun 19

telebid klageSo! Lange habe ich überlegt, wie ich es schreibe - und am Ende mache ich’s kurz. So kurz wie der Prozess, der Telebid-Betreiber SoFina am vergangenen Dienstag im Landgericht Berlin gemacht wurde. Keine zwei Minuten saßen mein Anwalt und ich auf der Anklagebank, da stand fest: Eine Verhandlung würde dies nicht werden. Nach kurzer Einleitung proklamierte der Vorsitzende der drei Richter in rund vier Sätzen, dass meine 2005 für einen Blogeintrag gewählte Überschrift “Auktionen bei Telebid: Mitbieten und arm werden” eine klare, nicht wörtlich zu nehmende Meinungsäußerung darstellt, die zusammen mit einem Bild nach außen gekehrter Hosentaschen in keinster Weise gewerblich motiviert ist.

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Jun 10

telebid rechtsstreitTicktack sagt die Uhr. Und zählt runter: noch knapp sieben Tage. Denn Dienstag in einer Woche ist es soweit. Ich lerne den Geschäftsführer des Vorzeige-Startups Telebid kennen. Leider nur ganz kurz, denn für mehr als ein kurzes Blitzdate vor Gericht hat’s nicht gereicht. Was ich natürlich verstehe, denn ich weiß ja wieviel Zeit der gute Gunnar bereits in Briefe an mich investiert hat. Auf der anderen Seite auch kein Grund zur Trauer, schließlich hat der Moral-Stratege bei der Formulierung seiner sogenannten Einigungsversuche nicht gerade viel Sensibilität gezeigt.

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